Spielgeräte für die Jüngsten, Sprachkurse für die Erwachsenen

Mehr Ausstattung für Camp Lessien

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Gemeinsam wurde eine Nestschaukel inklusive Zubehör installiert.

Ehra-Lessien. Der Förderverein „Ehra-Lessien: Ein Dorf – ein Team“ hat nach wie vor alle Hände voll zu tun.

Im Generationentreff Mosaik wird es zwar ein kleines bisschen ruhiger wegen der Ferien, aber in der Flüchtlingsunterkunft im Camp Lessien gehen die Arbeiten weiter.

Neben einer Nestschaukel wurde auch ein Klettergerüst für die Kinder aufgebaut.

So wurden kürzlich für die Kinder Spielgeräte aufgebaut: eine Nestschaukel samt Zubehör, eine Kinderwippe, eine Rutsche, ein Trampolin und ein Klettergerüst. Alles gespendet von Vereinen, Unternehmen und Privatpersonen. „Jetzt werden noch die Tischtennisplatte aufgebaut und der Sportplatz sowie das Volleyballfeld auf dem Camp-Gelände hergerichtet. Beides darf nämlich genutzt werden“, freut sich die Vereinsvorsitzende Jenny Reissig.

So langsam kommt auch die Fahrradwerkstatt ins Laufen, eine Werkzeugbank gab es von der Gemeinde. Was noch fehlt, sind Fahrräder, die hergerichtet werden können. Und die Anbindung der Buslinie an das Camp. „Die Menschen sind Selbstversorger. Sie kaufen selbst ein, waschen und kochen“, weiß Reissig.

In der Lessiener Unterkunft gibt es Gemeinschaftswaschmaschinen und -küchen. Die Menschen sind Selbstversorger.

Dafür, dass keine Langeweile aufkommt, sorgen die Bewohner auch selber. Wie Heimleiterin Agnes Liebmann informiert, wohnen derzeit rund 90 Personen im Camp Lessien. Darunter drei Familien mit sieben Kindern, ansonsten überwiegend alleinreisende junge Männer. Großes Interesse besteht an den Deutschkursen, die im Camp, im Mosaik und im Schulzentrum angeboten werden. Derzeit, so die Vereinsvorsitzende, wird den Teilnehmern beigebracht, welchen Wert unser Geld hat, wie Geldautomaten funktionieren. Großes Engagement beim Unterrichten zeigt Olfa Zouati ep Zaibi. „Wir bekommen inzwischen Unterstützung von der LEB. Dort wurde erkannt, was sie an Olfa haben, und ihr wurde ein Ehrenamtsvertrag als Dolmetscher angeboten. Jetzt wird ihre Arbeit auch honoriert“, freut sich Reissig.

Nach wie vor ist Reissig dabei, eine Online-Schulung auf den Weg zu bringen. Dafür müsste jede Gemeinde in der Samtgemeinde Brome einen Raum mit Internetanschluss zur Verfügung stellen. Dann könnte ein Lehrer alle Kursteilnehmer unterrichten. „Was eine Förderung betrifft, sieht es ganz gut aus. Der Förderverein wird einen Antrag stellen“, so Reissig.

Von Erfolg gekrönt war Reissigs Teilnahme bei der Integrationskonferenz. „Dort habe ich sogar einen Workshop geleitet“, berichtet die Ehra-Lessienerin stolz. Reissig war die einzige eingeladene Teilnehmerin, die nicht beruflich, sondern privat/ehrenamtlich mit Flüchtlingen zu tun hat. Dort hat sich inzwischen ein Planungsteam entwickelt, das ehren- und hauptamtlich mit Flüchtlingen zu tun hat. Reissig weiß: „Der Austausch ist sehr wichtig. Zumal ich zu denjenigen gehöre, die beide Seiten kennen.“ Deutlich wurde, dass sich Flüchtlinge auf dem Land wohler fühlen als in der Stadt, wo alles eher anonymer gehandhabt wird. Für November ist die nächste Integrationskonferenz geplant.

Von Carola Hussak

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