Grüne gegen Helikoptereinsatz

Prozessionsspinner in Brome: Petition erfolgreich – mehr als 5000 Unterstützer

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Die Grünen fordern eine Bekämpfung des EPS vom Boden, nicht aus der Luft. Die Kosten soll das Land tragen, finden auch 5770 Bürger, die eine Petition unterstützen.

Samtgemeinde Brome – Ein großer Schritt ist getan: Die Petition, die „finanzielle Unterstützung durch das Land Niedersachsen zur Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner“ (EPS) fordert, hat genügend Unterstützer.

Anna HoffmeisterPetitions-Initiatorin

Anna Hoffmeister hatte die Petition Ende Januar ins Leben gerufen. Von Anfang an war Resonanz da, aber die rund 70 Unterschriften, die täglich dazu kamen, reichten noch nicht. Mit einer Klinkenputz-Aktion in Rühen wurde aktiv nach Unterstützern gesucht. Mit Erfolg, denn die Zahlen nahmen Fahrt auf: bis gestern Nachmittag hatten 5770 Personen die Petition unterschrieben. 5666 davon waren aus Niedersachsen, womit sogar mehr als die nötigen 5000 Stimmen zusammen gekommen sind. „Ich hätte anfangs nie gedacht, dass wir das in nur drei Wochen schaffen“, staunt selbst Hoffmeister.

Viele Unterstützer sind aus den besonders betroffenen Gemeinden Rühen und Parsau. Aber darunter sind auch etwa Wolfsburger, die eine Ausbreitung des EPS befürchten. Kürzlich fand in Wendschott ein EPS-Info-Abend statt, denn dort kennt man die Raupen kaum. „Die sind quasi da, wo wir vor acht Jahren waren“, erklärt Hoffmeister. Umso besser, dass man sich schon an der Petition beteiligt habe, denn nun muss das Thema im niedersächsischen Landtag angehört werden. Die Initiatoren und wohl auch alle Unterstützer verlangen, dass das Land Mittel bereitstellt, um die Gemeinden, die mit Kosten irgendwo zwischen 20 000 und 30 000 Euro rechnen, zu entlasten.

Dabei gibt es noch immer eine Diskussion darüber, wie überhaupt vorgegangen werden sollte. Der im vergangenen Jahr einberufene Arbeitskreis hatte seinen Plan vorgestellt. Der sieht die Bekämpfung aus der Luft und am Boden vor. Dabei soll großflächig der Bacillus thuringensis versprüht werden. Der greift das Verdauungssystem der Raupen an und macht diese unschädlich.

Allerdings greift es nicht nur den EPS an, sondern alle Schmetterlingsarten. Darum haben die Grünen starke Bedenken, was die Art der Bekämpfung betrifft. Wo nicht unmittelbar Menschen neben befallenen Bäumen wohnen, habe es keinen gesundheitlichen Nutzen, alle Schmetterlinge zu töten. Auch sei das Sprühen aus dem Helikopter viel zu ungenau, nicht zuletzt aufgrund der Verwirbelungen durch die Rotorblätter. Eine Bekämpfung vom Boden aus und die Unterstützung der natürlichen Fressfeinde des EPS sie sinnvoller. Einig ist man sich aber mit dem Ansinnen der Petition: Auch die Grünen fordern, dass das Land die Kosten übernimmt.

VON DENNIS TESCH

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