Bau- und Feuerschutzausschuss favorisieren mehrheitlich einen zukunftsweisenden Feuerwehrhaus-Neubau in Parsau

Massivbauweise mit drei Einstellboxen

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Das alte Feuerwehrhaus in Parsau entspricht nicht mehr den Anforderungen der Feuerwehrunfallkasse. Das neue Domizil der Feuerwehr soll in Massivbauweise entstehen und über drei Einstellboxen verfügen.

Brome. Die Parsauer Feuerwehr bekommt ein Gerätehaus in Massivbauweise mit drei Einstellboxen. Diese Empfehlung trafen der Bau- und Feuerschutzausschuss der Samtgemeinde Brome mehrheitlich in ihrer gemeinsamen Sitzung am Dienstagabend.

Das Interesse an der Sitzung war groß – besonders seitens der Parsauer Feuerwehr. Schließlich gab es Diskrepanzen bezüglich der Bauweise des Feuerwehrhauses, die geklärt werden sollten. „Uns haben die Zahlen nicht gefallen“, merkte Ulrich Dörrheide, Feuerschutzausschuss-Vorsitzender, an.

Neue Infos von der Verwaltung

Wie von der Politik gefordert, hatte Bauamtsmitarbeiterin Andrea Tietge noch einmal Erkundigungen eingeholt. So halte die Feuerwehrunfallkasse (FUK) den Grundriss des Gebäudes für praktikabel. Abgesprochen werden kann, wann wer den Dekontaminierungsraum benutzt könnte. Überrascht zeigten sich die Ausschussmitglieder darüber, dass entgegen jeglicher Vermutung die Massivbauweise (763 000 Euro, 3 Boxen) günstiger ausfällt als die Hallenbauweise (778 000 Euro, 3 Boxen). „Wir haben viele kleine Räume, die per Stahlkonstruktion so nicht umsetzbar sind, insbesondere beim Brandschutz. Bei der Berücksichtigung einer neuen Energiesparverordnung müsse man die Kosten ebenfalls überdenken“, informierte Tietge. Ein wichtiger Punkt war die Zeit der Abschreibung – 90 Jahre bei einer Massivbau-, 50 Jahre bei einer Hallenbauweise. „Eine längere Abschreibungszeit wäre günstiger“, sagte Tietge.

In Sachen Eigenleistung konnte die Verwaltung nur schätzen und plante zunächst mit 25 000 Euro, die nun auf 37 000 Euro gestiegen sind. Rolf Hinrichs vom Kameradschaftsverein sicherte noch einmal 1500 Stunden (etwa 30 000 Euro) an Eigenleistungen zu.

Nur grobe Kostenschätzung möglich

Dennoch: Willi Aldinger (CDU) war mit den neuen Infos nicht zufrieden: „Wir wollten einen zusätzlichen Vergleich zur Hallenbauweise. Heute muss ich mit alten Zahlen agieren. Ich kann nicht glauben, dass ein Massivbau günstiger ist. Die Abschreibungszeit interessiert mich nicht.“ Dem konterte Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann: „Bei einer 90-jährigen Abschreibung wird der Haushalt weniger belastet. Und wir haben uns mehrfach über die Hallenbauweise erkundigt.“

Bauausschussvorsitzender Peter Albrecht machte deutlich, dass die Verwaltung nicht mehr als eine grobe Kostenschätzung vornehmen kann.

Für eine genaue Planung müsse man jeweils Angebote einholen, was finanziell nicht machbar sei. Für Ute Düsterhöft war klar: „Wenn der Massivbau günstiger ist, ist für mich logisch, was wir machen sollten.“

Zukunftsweisend bauen

Blieb noch die Frage zu klären, ob zwei oder drei Einstellboxen für die Fahrzeuge gebaut werden sollen. „Die Aufgaben der Feuerwehren nehmen zu, wir sollten also zukunftsweisend bauen. Bisher waren die Gerätehäuser immer zu klein“, gab Dörrheide zu bedenken. Ein späterer Anbau wäre mit Blick auf den energetischen Aspekt wesentlich teurer. „Vielleicht kommt in ein paar Jahren auch etwas zusammen, wo jetzt noch nicht dran gedacht wird“, merkte Andreas Sorge (SPD) an und hatte dabei einen möglichen Zusammenschluss mit Croya im Blick.

Wie will man Flickwerk dem Bürger erklären?

Um eine Einschätzung wurde auch Gemeindebrandmeister Frank Mosel gebeten. Er machte deutlich, dass sogar vier Boxen noch besser wären als drei, denn „wir werden mit der Zeit noch größere Fahrzeuge bekommen“. Da ging ein Raunen durch die Reihen der Ratsherren. „Wie erklären wir dem Bürger das Flickwerk, wenn wir in zwei Jahren eine dritte Box anbauen?“, fragte Bürgervertreter Wilfried Ducksch.

Nachdem Gerhard Pickert (SPD) seinen Unmut über das Bauvorhaben in Parsau deutlich machte und betonte, dass die Tülauer Wehr im Vergleich mehr an Eigenleistung erbracht habe, entgegnete Sorge, dass man Feuerwehren grundsätzlich schon mal nicht miteinander vergleichen könne. Ferner geht Sorge davon aus, dass der Eigenanteil zum Selbstläufer werde, wenn mit dem Bau erstmal begonnen wird.

Von Carola Hussak

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