„Leiten mit Kopf, Hand und Herz“

Laura Kirchner ist die neue, junge Rektorin der Grundschule Parsau

+
Die neue Rektorin Laura Kirchner hat mit dem Kollegium festgehalten, was die Grundschule Parsau ausmacht.

Parsau – Mit Laura Kirchner hat die Grundschule Parsau eine neue Rektorin gefunden. Die 31-Jährige will das bereits angestoßene selbstgesteuerte Lernen fördern und moderne Medien in den Unterricht einbinden.

Trotz ihres jungen Alters hat Kirchner bereits Erfahrungen als Rektorin, denn sie leitete für zwei Jahre kommissarisch die Grundschule Grußendorf. „Das war für mich ein Sprung ins kalte Wasser“, sagt sie im IK-Gespräch. Gezögert habe sie kaum, als man ihr die Stelle anbot, denn in ihrer Familie gibt es da ein gutes Vorbild. Dann hatte sie plötzlich die Leitung inne – noch vor ihrer Verbeamtung und als Jüngste im Kollegium. „Es kann gut sein, dass ich die jüngste Schulleiterin in ganz Niedersachsen bin“, sagt Kirchner.

Sie wird weiterhin in der Gemeinde Sassenburg wohnen, freut sich aber auf die neue Tätigkeit an der Grundschule Parsau. „Bis jetzt hat der Job wahnsinnig viel Spaß gemacht“, sagt Kirchner. Lehrerin wollte sie schon immer werden. Nach ihrem Studium in Braunschweig und dem Referendariat in Gifhorn kam sie nach Grußendorf – jetzt nach Parsau. „Die Schulgröße ist mit meiner alten Stelle vergleichbar“, sagt Kirchner. Das offene Ganztagskonzept kenne sie aus Gifhorn.

Dennoch musste sie sich erst einmal orientieren, erfasste etwa zusammen mit den neuen Kollegen, was die Schule ausmacht. Diese enge Zusammenarbeit ist ihr dabei sehr wichtig: „Wir müssen eben ein ‘Wir’ sein“, lacht Kirchner. Veränderungen anzustoßen mache nur Sinn, wenn alle dabei sind. Sie mag auch nicht „Chef“ genannt werden, weiß aber, dass sie ab jetzt die Verantwortung trägt – auch wenn sie nicht die Dienstälteste ist.

Ihr Alter habe in der Vergangenheit im Umgang mit Eltern und außerschulischen Partnern manchmal eine Rolle gespielt, aber nie bei den Kollegen. Gemäß ihres Mottos „Leiten mit Kopf, Hand und Herz“ sei sie immer offen für die Wünsche und Probleme des Kollegiums. „Immerhin tragen die Kollegen das Wesentliche, sind nah an den Kindern“, erklärt Kirchner. Das gilt aber auch für sie. Mit der 3b hat Kirchner auch eine Klasse übernommen, unterrichtet Deutsch und evangelische Religion.

Eine zusätzliche Belastung zur Schulleitung, die sie aber auch nicht auf andere abwälzen wollte. Personal für 20 bis 30 Unterrichtsstunden fehlt in Parsau, im nächsten Halbjahr soll eine neue Stelle ausgeschrieben werden.

Ansonsten geht in der Schule erstmal alles seinen gewohnten Gang. Das im Sachunterricht begonnene, selbstgesteuerte Lernen der Kinder begeistert Kirchner: „Das ist auch eine Antwort auf die Inklusion.“ Dazu will sie das mittlerweile über fünf Jahre alte Schulprogramm überholen. Und ein Medienkonzept soll her, auch mit Blick auf das Smartboard, das die Schule erhalten soll.

VON DENNIS TESCH

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare