Großes Interesse an Tour mit Marion Lau / 65 Radler schließen Fahrt durch Giebelmoor und Kaiserwinkler Käsebeutel an

Mit der Landrätin durch den Drömling

Start und Ziel der Radtour mit Landrätin Marion Lau (zweite von links) war die Gaststätte am Rühener Hafen. Drömlingsexperte Martin Zenk (rechts) führte die 65 Teilnehmer aus dem gesamten Kreisgebiet sowie aus Sachsen-Anhalt durch das Naturschutzgebiet.

Kaiserwinkel/Rühen. Auf dem Drahtesel quer durch das „Land der 1000 Gräben“: Zum zweiten Mal in diesem Jahr lud Landrätin Marion Lau zur Radtour in den Drömling ein.

Angeleitet von Martin Zenk, der das Naturschutzgroßprojekt Niedersächsischer Drömling betreut, starteten rund 65 Radler aus dem gesamten Kreisgebiet sowie aus Sachsen-Anhalt vom Rühener Hafen aus in den nördlichen Teil des bundesweit bedeutenden Feuchtgebiets.

Michael Zenk erzählte interessante Details zum Drömling. Die von vielen als typisch angesehene Pappel ist eigentlich standortfremd und wurde bei Probepflanzungen angesiedelt.

Die Fahrt durch das Giebelmoor und den Kaiserwinkler Käsebeutel hatte Zenk mit vielen Informationen über die seltene Tier- und Pflanzenwelt sowie über das 2012 abgeschlossene Drömlings-Großprojekt gespickt. Viele radelten schon im Juni mit, als es in den südlichen Drömling ging. Wie Norbert Schmidt aus Rühen: „Man erfährt dabei immer etwas mehr über Naturschutzmaßnahmen“, meinte er. Und auch die Landrätin war wieder mit Vergnügen dabei: „Ich liebe den Drömling – er ist so vielseitig.“

Dieser landschaftliche Abwechslungsreichtum wurde schnell deutlich: Durch den Rühener Drömling und entlang der Tiddischer Wiesen ging es in das Große Giebelmoor mit seinen großen Naturwaldflächen. Die dort teils noch ursprünglichen Erlenbruchwälder und Moore entlang des Weges ließen erahnen, wie urwaldartig es einmal in der einst undurchdringlichen Drömlingssenke ausgesehen haben muss.

Erst durch die im 19. Jahrhundert durchgeführten Entwässerungsmaßnahmen im Drömling sank auch der Grundwasserspiegel im Giebelmoor. Inzwischen, so Zenk, seien Stauanlagen installiert worden, die den Pegel das gesamte Jahr über wieder stabilisieren. „Das Ziel dabei ist, das Erlenbruch- und Niedermoorwachstum wieder zu entwickeln.“

Rast machte der Tross auf dem Kaiserwinkler Gutshof, wo er von Revierförster Stefan Sudenfeld begrüßt wurde. Der Zicherier Henning Flegel, der mit seinen Rindern im Drömling extensive Landwirtschaft betreibt, berichtete von den besonderen Bedingungen im Feuchtgebiet: „Der Erstauftrieb ist Anfang Juni“, so Flegel. „Vorher sind die überstauten Flächen nicht abgetrocknet.“

Im Kaiserwinkeler Käsebeutel mit seinen typischen Moordammkulturen herrscht während der Brutzeit ein Betretungsverbot. Dort erinnerte sich der Voitzer Dieter Sauer an die Nutzung des Areals in den 50er Jahren. Damals habe es dort noch bewirtschaftete Äcker gegeben. „Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.“ Nach mehr als 30 Kilometern Fahrt endete die Tour wieder am Rühener Hafen, wo in der Gaststätte eingekehrt werden konnte.

Von Alexander Täger

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