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Landkreis sieht „Anlass zur Sorge“

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Der Pflegebericht des Landkreises Gifhorn warnt: In den nächsten Jahren wird der demografische Wandel gravierende Auswirkungen haben. Noch ist die Samtgemeinde Brome relativ gut aufgestellt, aber das Pflegeangebot muss erweitert werden.
Der Pflegebericht des Landkreises Gifhorn warnt: In den nächsten Jahren wird der demografische Wandel gravierende Auswirkungen haben. Noch ist die Samtgemeinde Brome relativ gut aufgestellt, aber das Pflegeangebot muss erweitert werden. © Symbolbild: dpa

Samtgemeinde Brome. „Anlass zur Sorge“ sieht der Pflegebericht des Landkreises Gifhorn für die Zukunft. Die Bevölkerung altert und das immer schneller. Im regionalen Vergleich ist die Lage in der Samtgemeinde Brome relativ entspannt. Doch auch hier bereitet die Zukunft Sorge.

Die Samtgemeinde Brome liegt mit einem Anteil der Über-80-Jährigen von 4,6 Prozent im Mittelfeld des Landkreises. Zwischen 1999 und 2015 ist der Anteil der Über-75-Jährigen um 3 Prozent gestiegen, der der 40- bis Über-60-Jährigen um 5 Prozent. Dabei hat sich aber der Anteil der Unter-20-Jährigen um 5 Prozent verringert. Dem überdurchschnittlichen Wachstum der Anzahl und Anteile der Alten stehen also immer weniger Junge gegenüber. Von denen sind dazu immer weniger bereit, ihre Angehörigen zu pflegen oder gar Pflegekraft zu werden.

Dabei sind schon 2015 rund 600 Pflegebedürftige in der Samtgemeinde Brome verzeichnet worden. Bis zum Jahr 2031 wird eine Steigerung um fast 40 Prozent erwartet. Eine Zahl, die der Pflegebericht „aufgrund der Entwicklung in den vergangenen Jahren noch immer zu niedrig“ nennt.

In den letzten Jahren ist schon viel bewegt worden: Die Zahl des Pflegepersonals in stationären Einrichtungen hat sich im Landkreis seit 1999 fast verdoppelt. Im selben Zeitraum hat sich die Zahl der teilstationären Pflegeplätze mehr als verzehnfacht. Dennoch reicht dies bei Weitem nicht aus. Auch, weil im Gegensatz zu 1999, als die meisten Pfleger noch in Vollzeit arbeiteten, 2015 rund zwei Drittel nur noch in Teilzeit beschäftigt waren.

Das Pflegeangebot in der Samtgemeinde ist dabei relativ vielfältig. Insgesamt gibt es 206 vollstationäre Dauerpflegeplätze: 86 in Brome und je 60 in Rühen und Ehra-Lessien. Daneben gibt es in Rühen Seniorenwohnungen, in Ehra-Lessien ein Tagespflege-Angebot und in Brome all dies und zusätzlich noch ein ambulantes Pflegeangebot.

Mit Blick auf die Zukunft muss dieses Angebot aber massiv ausgebaut werden. Besonders beunruhigend sind die starken Steigungsraten von Demenzerkrankten, pflegebedürftigen Migranten und Menschen ohne sozialem Netzwerk. Während die Vereinsamung auf dem Land ein eigenes Problem darstellt, spielt es auch eine große Rolle in der Pflege. Nicht nur Politik und Wirtschaft stehen einer großen gesamtgesellschaftliche Herausforderung gegenüber. Lösungen gibt es noch nicht.

Von Dennis Tesch

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