Umweltprüfung „unbedenklich“

Landkreis Gifhorn gibt grünes Licht für Erweiterung der VW-Teststrecke bei Ehra

+
Der Volkswagen-Konzern will zehn Hektar Wald roden und 122.000 Quadratmeter Boden versiegeln, um das Prüfgelände bei Ehra-Lessien zu erweitern. Der Landkreis sieht keine Umweltbedenken.

Ehra-Lessien – Der Landkreis Gifhorn gibt grünes Licht für die geplante Erweiterung des Prüfgeländes des Volkswagen-Konzerns bei Ehra-Lessien (das IK berichtete).

Er hatte im Anschluss an einen Antrag vom November 2018 eine Umweltverträglichkeitsprüfung des Vorhabens vorgenommen.

Diese habe nun abschließend ergeben, „dass keine erheblich nachteiligen Umweltauswirkungen verbleiben und das Vorhaben zugelassen wird“, heißt es in der Bekanntmachung des Landkreises. Der war seiner Pflicht einer Prüfung nachgekommen, da Volkswagen beabsichtigt, mehr als zehn Hektar Wald „umzunutzen“. Dazu sollen rund 122.000 Quadratmeter Boden versiegelt werden.

Die Rodung des Waldes und das Asphaltieren der Flächen seien nötig, um Zukunftstechnologien zu erforschen und erproben. Auf neuen Teststrecken sollen Fahr-assistenzsysteme getestet werden. Dazu werden sogenannte „Multifunktionsflächen (MFF) Autobahn“ und „MFF Fahren“ hergestellt. Erstere soll rund 1.130 Meter lang werden und den Vorstoß in teil- und vollautonomes Fahren ermöglichen. Auf letzterer Fläche sollen auf 560 Metern Lichtsysteme in Kurven getestet werden, um für mehr Sicherheit im Verkehr zu sorgen.

Dazu soll es eine Fläche „Straße 9“ geben, um den innerstädtischen Verkehr zu simulieren. Östlich davon entsteht die „MFF Parken“, auf der neue Parkassistenzsysteme erprobt werden. Dazu kommen noch die nötigen Zufahrten sowie die erforderlichen Sicherheitseinrichtungen inklusive Sichtschutzwällen und -zäunen sowie Fahrbahnmarkierungen und Ausstattungen. Für die Erweiterungen der Teststrecke investiert Volkswagen rund 8,5 Millionen Euro.

In der Region sind der seltene Rotmilan und schützenswerte Fledermausarten beheimatet, die Prüfung sieht diese aber augenscheinlich nicht durch die Umstrukturierungen auf dem Gelände gefährdet. Da ein gutes Stück Wald weichen muss und Boden versiegelt wird, sollen zwei Versickerungsbecken angelegt werden. Eine Erstaufforstung zur Waldkompensation werde an Flächen außerhalb des Prüfgeländes vorgenommen.

Der entsprechende Bescheid liegt noch bis zum Sonntag, 20. Oktober, im Wittinger Rathaus, Zimmer 301, sowie im Gifhorner Kreishaus II, Zimmer 107, zur Einsicht aus. Auch im Internet kann die Umweltverträglichkeitsprüfung unter https://uvp.niedersachsen.de/portal/ eingesehen werden. Gegen den Bescheid kann innerhalb eines Monats Widerspruch beim Landkreis eingelegt werden.

VON DENNIS TESCH

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare