Jugendtreff: Rühen steigt aus Nutzungsvereinbarung mit der Samtgemeinde aus

Kündigung mit Domino-Effekt

Aufregung im Rühener Rathaus: Bürgermeister Karl-Peter Ludwig hat den Nutzungsvertrag des Jugendtreffs mit der Samtgemeinde gekündigt. Die Gemeinde zahlt, darf aber ohne Genehmigung die Räumlichkeiten nicht nutzen. Archivfoto: Hussak

Rühen. Rühens Bürgermeister Karl-Peter Ludwig ist stinksauer. „Die Gemeinde zahlt alles, was den Jugendtreff in Rühen angeht, darf aber nichts nutzen, geschweige den Jugendtreff betreten, ohne die Erlaubnis der Samtgemeinde“, zeigt sich Ludwig erbost.

Während der jüngsten Gemeinderatssitzung teilte er dem Ratsrund mit, dass die Gemeinde die Nutzungsvereinbarung mit der Samtgemeinde Brome gekündigt hat.

An Kosten kommt einiges zusammen. Nicht nur, dass die Gemeinde Kleinschäden übernimmt, sie zahlt auch die Rechnungen für Heizung, Strom, Wasser sowie die Müllgebühren. Es wäre zumindest ein netter Zug, wenn die Samtgemeinde beispielsweise den Winterdienst übernehme würde, hieß es. „Die Kündigung haben wir an die Samtgemeinde rausgeschickt. Wir hoffen, dass sie in einem Jahr in Kraft tritt“, erläutert Ludwig gegenüber den Ratsmitgliedern.

Das Fatale: Wenn eine Gemeinde die Nutzungsvereinbarung kündigt, bricht das ganze Konstrukt zusammen. Sprich: Die Nutzungsvereinbarungen mit den anderen Jugendtreffs sind ebenfalls nichtig. In den 90er Jahren haben alle Gliedgemeinden, die einen Jugendtreff haben, gemeinsam eine Nutzungsvereinbarung mit der Samtgemeinde Brome geschlossen. Kündigt eine Gemeinde, ist der Vertrag mit den restlichen Gemeinden hinfällig. Diese müssen dann eine neue Vereinbarung ausarbeiten.

Ludwig hofft, dass die Kündigungsfrist auf ein Jahr reduziert werden kann, denn eigentlich beträgt diese zwei Jahre.

Von Carola Hussak

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