Naturschutz Bromer Land stellt Anträge an Gemeinden: Bewuchs mit Hecken und Bäumen am Ackerrand soll Artenvielfalt stärken

Kritik an kahlen Grünstreifen

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Der Naturschutz Bromer Land – hier am Weißen Moorweg in Bergfeld – setzt sich dafür ein, dass wieder mehr Hecken und Bäume auf den Grünstreifen der Feldränder gepflanzt werden.

at Bergfeld. Ein Grünstreifen zwischen einem Ackerstück und einem Wirtschaftsweg ohne weiteren Bewuchs – so sehe es inzwischen vielerorts aus, sagt der Naturschutz Bromer Land (NBL) um den Vorsitzenden Wilfried Sievers. Hecken oder Bäume gebe es am Feldrand kaum noch.

Das wiederum mache sich auch in einer gesunkenen Artenvielfalt bemerkbar.

Um dies zu ändern, sollen ortsbezogene Anträge an die jeweiligen Gemeinderäte in der Samtgemeinde Brome gestellt werden. „Wir stellen keine Maximalforderungen. Wir wollen einen Kompromiss finden zwischen intensiver Landwirtschaft und einem sinnvollen Naturschutz“, sagt Michael Schnehage. „Jede Gemeinde wird von uns angeschrieben.“

Es gebe immer weniger Pflanzenarten, die Population von Insekten und Vögeln, insbesondere insektenfressenden, habe abgenommen. So heißt es etwa in dem Antrag des NBL an die Gemeinde Bergfeld. Große Birken, die früher einmal am Rand der Feldwege gestanden hätten, seien gefällt und nicht durch Nachpflanzungen ersetzt worden, auch Hecken seien verschwunden. Als Beispiel wird im Antrag der „Weiße Moorweg“ genannt, wo „Kahlheit und Agrarindustrie“ dominieren würden. „Die Insekten finden nicht mehr ausreichend Nahrung durch blühende Pflanzen, der Lebensraum, den Hecken und große Bäume bieten, wird eingeschränkt, von Erosion der Böden gar nicht zu reden“, heißt es weiter. Mit dem Antrag fordert der NBL den Gemeinderat auf, mit der Feldmarkinteressenschaft „in einen konstruktiven Dialog“ unter Beteiligung interessierter Bürger einzutreten.

„Die Ökologie spielt überhaupt keine Rolle gegenüber der Ökonomie – und das geht nicht“, sagt Sybille Schnehage mit Blick auf den Grünstreifen am südlichen Ortsrand. Es brauche wieder Hecken für Hasen, Rebhühner und Bodenbrüter. Auch größere Bäume müssten wachsen dürfen, etwa für Greifvögel. „Natürlich“ müsse der Landwirt auf sein Feld fahren können, fügt sie an. „Das ist überhaupt keine Frage.“ Ein Vorschlag, wie es aussehen könnte, laute: „50 Meter Einfahrt, dann 100 Meter Hecke, dann wieder eine Einfahrt.“ Der NBL, so hieß es, hoffe auf die Unterstützung der Einwohner.

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