Brome: Alkoholisierter Pkw-Fahrer kracht in das 1877 erbaute Sandstein-Gebilde

Kriegsdenkmal bricht nach Crash zusammen

Ein 21-Jähriger krachte in den frühen Morgenstunden des Sonntags in das Kriegsdenkmal in Brome. Die mehrere Meter hohe Säule zerbrach. Fotos: bentes
+
Ein 21-Jähriger krachte in den frühen Morgenstunden des Sonntags in das Kriegsdenkmal in Brome. Die mehrere Meter hohe Säule zerbrach. Fotos: bentes

Brome – Umgestürzte, tonnenschwere Gesteinsblöcke. Der schwarze Adler – abgebrochen. Absperrbänder sollten auch noch am gestrigen Montag verhindern, dass sich Fußgänger der Unfallstelle näherten.

Am frühen Sonntagmorgen ist ein alkoholisierter Autofahrer mit seinem Pkw in das Kriegsdenkmal in Brome gefahren und hat das über hundert Jahre alte Monument zum Einsturz gebracht. Es ist in mehreren Teilen zerbrochen.

Auch gestern hielten immer wieder Passanten an, Autofahrer fuhren langsam an dem Platz vorbei. „Was ist denn da passiert?“, fragte ein Passant. Auch eine Einwohnerin aus Brome traute ihren Augen kaum. „Da muss aber Geschwindigkeit hinter gewesen sein“, lautete ihr trauriges Fazit. Immer wieder warfen Autofahrer verwunderte Blicke aus ihren Wagen. Das Denkmal – abgesperrt mit rot-weißem Band – war gestern das allgegenwärtige Thema in Brome.

Autofahrer war alkoholisiert

Das Denkmal hat eigentlich einen festen Platz an der Bahnhofstraße im Bromer Ortskern. Viel erinnert mit den zerbrochenen Säulen nicht mehr daran. Gegen 3.30 Uhr ist am Sonntag ein 21-jähriger Fahrer aus Rühen mit seinem Toyota von der Hauptstraße abgekommen und in das Denkmal gekracht. Alkoholisiert und mit zu hoher Geschwindigkeit, wie Gifhorns Polizeisprecher Thomas Reuter berichtet. Die Wucht hatte zu der kompletten Zerstörung geführt, „auch das Auto war komplett beschädigt.“

Laut Reuter zeigte sich der Unfallverursacher – Fremdverschulden schloss der Polizeisprecher aus – uneinsichtig. Ein 26-jähriger Ersthelfer aus Brome wollte dem Mann aus seinem Auto helfen. „Dabei schlug der 21-Jährige dem Helfer mit der Faust ins Gesicht“, so Reuter. Die anrückende Polizei nahm den Fahrer zur Ausnüchterung und Blutentnahme fest, ein Strafverfahren wurde eingeleitet.

Denkmal wurde 1877 erbaut

Bei dem Unfall kam auch der dort beheimatete Weihnachtsbaum unter die Räder, schildert Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert. „Es sah aus, als wenn jemand ihn mit einer Motorsäge abgesägt hätte.“ Wie es für das zertrümmerte Denkmal weitergeht, ist noch nicht geklärt. Erbaut wurde das Denkmal um 1877, berichtet Jens Winter, Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins Brome. Mehrere Meter hoch, mehrere Tonnen schwer. Sandstein wurde in dem Sockel und der Säule verarbeitet, der Adler ist aus Eisenguss, weiß Winter.

Am morgigen Mittwoch will sich der Bürgermeister mit Vertretern des Landkreises treffen, da das Denkmal unter besonderem Schutz steht. Wie das steinerne Denkmal repariert werden soll, könne sich erst dann klären. In der Zwischenzeit hat Borchert den schwarzen Adler in seine Obhut genommen. Die Statue, die sonst auf dem Denkmal thront, ist bei dem Unfall ebenfalls von dem Sockel abgebrochen und zu Boden gestürzt. Damit der Adler nun nicht verloren geht, soll er, bis er wieder instand gesetzt werden kann, in den Händen des Bürgermeisters bleiben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare