Grüne enthalten sich

Weiterer Schritt zum Großprojekt: Kreistag weist Schutzgebiet „Nördlicher Drömling“ aus

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Der Landkreis weist das Schutzgebiet „Nördlicher Drömling“ aus. Streitpunkte lieferten Drohnen- und Hubschrauberflüge über dem Gebiet. Foto: dpa/Hoppe

Drömling / Gifhorn – Der Kreistag des Landkreises Gifhorn überschritt nun die nächste Schwelle zum Großprojekt Drömling. Er beschloss die Ausweisung des Naturschutzgebietes (NSG) „Nördlicher Drömling“.

Dieses ist eines von sieben Teilgebieten, die in Einzelverfahren ausgewiesen werden und schließlich das Kerngebiet Drömling umfassend schützen sollen. Der „Nördliche Drömling“ ist dabei das größte dieser NSG. Der Kreistag war sich der „gesamtstaatlich repräsentativen Bedeutung“ der Entscheidung, wie es in der Beschlussvorlage formuliert war, bewusst. Bereits seit 2012 beschäftigte sich die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Gifhorn damit.

In der Praxis ändert sich mit dem Beschluss zunächst aber nur wenig. Inhaltlich wurde die Verordnung zum Schutze der Lebensstätten von Großvögeln im Bereich des Schweimker Moores und des Drömlings/Kaiserwinkel übernommen. Sie wurde allerdings im Geltungsbereich geringfügig verkleinert, um den Fußgänger- und Radfahrerverkehr auf zwei Wegen vom Forsthaus Giebel nach Rühen und zum Mittellandkanal nicht stärker einzuschränken als nach heutigem Erkenntnisstand nötig ist.

Es gab 52 Beteiligte an dem Verfahren, von denen der Großteil keine Bedenken anmeldete. Unter anderem auf Anregung des Landvolkes erfolgten Änderungen in Text und Karten der Verordnung, weitere Argumente wurden, wenn möglich, eingearbeitet. Die öffentliche Auslegung in der Samtgemeinde im August (das IK berichtete) wurde nicht genutzt und es folgten keine Eingebungen. „So darf davon ausgegangen werden, dass die Problempunkte ausdiskutiert sind“, hieß es aus der Verwaltung. Auch Meinungsverschiedenheiten zwischen der Naturschutzbehörde und den Forstbehörden konnten beigelegt werden, sodass alle die getroffenen Regelungen, etwa zur Baumartenwahl oder zum Totholzanteil, anerkennen.

Gegenwind gab es aus der Fraktion der Grünen. „Wir sind grundsätzlich dafür“, betonte Dr. Arne Duncker. Aber noch gebe es zu viele Unklarheiten. Er wies damit etwa auf den Streitpunkt Drohnen hin, für die er entgegen der eingetragenen 150 Meter eine Mindestflughöhe von 250 Meter forderte. Auch sprach er an, dass es zu keiner einvernehmlichen Lösung mit der Bundeswehr zu der im NSG liegenden Tiefflugzone für Hubschrauber kam. Auf Anfragen des Kreises einzugehen, habe das Bundesamt „strikt verweigert“, wie es in der Beschlussvorlage festgehalten ist. Die Verwaltung betont dort weiter: „Unter diesen Umständen sind weitere Klärungsversuche – zumindest in der verbleibenden Zeit – zur Sicherung der FFH- und EU-Vogelschutzgebiete nicht angezeigt.“

Joachim Zeidler (CDU) gab zu bedenken, dass man im Umweltausschuss über die Einschränkungen für Landwirte, die noch Flächen in dem Gebiet haben, gesprochen habe. Sein Fraktionskollege Jochen Gese aber sagte, man solle bei allen Unklarheiten und Detailfragen auch das Ziel im Blick behalten. Das tat dann auch die große Mehrheit und stimmte bei der Enthaltung der Fraktion der Grünen für die Ausweisung des NSG „Nördlicher Drömling“.

VON DENNIS TESCH

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