Vertragsentwurf mit dem Land liegt vor: Wohnraum für 250 Flüchtlinge

Kreis Gifhorn möchte ab Mai das Camp Lessien als Flüchtlingsunterkunft nutzen

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Ende Juni wurde die Notunterkunft auf dem ehemaligen Tuppenübungsplatz in Lessien geschlossen. Seitdem hält das Land Niedersachsen die Gebäude als stille Reserve vor. Ab Mai könnten dort 250 Flüchtlinge wieder eine Unterkunft finden.

Ehra-Lessien. Der Landkreis Gifhorn möchte auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lessien Flüchtlinge unterbringen (das IK berichtete) – vermutlich schon ab dem 1. Mai. Nachdem die Notunterkunft Ende Juni geschlossen wurde, standen die Gebäude leer.

Diese wurden seinerzeit auf Kosten des Kreises saniert. Wie berichtet, plant der Kreis Flüchtlinge im Camp unterzubringen, allein die Verhandlungen mit dem Land waren noch nicht abgeschlossen.

Das scheint sich nun geändert zu haben. „Es liegt inzwischen ein abgestimmter Vertragsentwurf vor, der jedoch noch dem Kreisausschuss zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden muss“, sagt Michael Funke, Fachbereichsleiter in der Kreisverwaltung. Der Kreisausschuss tagt am 18. Januar. Derzeit hat das Land Niedersachsen die Einrichtung gemietet und hält diese als stille Reserve vor.

Genutzt werden sollen die sechs Unterkunftsgebäude, die in 2015 durch den Landkreis Gifhorn betrieben wurden. „Geplant ist, auf dem Gelände bis zu 250 Flüchtlinge unterzubringen“, informiert der Fachbereichsleiter auf IK-Anfrage. Dafür müsse der Betrieb an eine Firma ausgeschrieben werden, so wie bei den anderen Flüchtlingsheimen des Landkreises auch.

Der Grund, dass der Kreis auf das Camp zurückgreift, liegt auf der Hand. Der Zustrom reißt nicht ab und der Wohnraum wird zunehmend knapp, sodass der Bedarf nach Wohnraum für Flüchtlinge nach wie vor besteht. Laut Funke standen am 1. Januar 2017 im Landkreis Gifhorn insgesamt 1696 Personen im Leistungsbezug des Asylbewerberleistungsgesetzes. „Aufgrund der Festsetzung der neuen Quote vom November 2016 erwarten wir für das Jahr 2017 Zuweisungen von insgesamt 1170 Flüchtlinge. Derzeit werden dem Landkreis Gifhorn wöchentlich 25 Flüchtlinge zugewiesen“, sagt Funke.

Dennoch sucht der Kreis weiterhin nach Wohnraum. Dies will er nun selber in die Hand nehmen. Wie das IK berichtete, hat das bisherige System mit der Heranziehungssatzung vielerorts nicht funktioniert. Einige Kommunen haben ihr Soll bei der Unterbringung erfüllt, andere nicht annähernd. Daher wurde die Heranziehungssatzung auch aufgehoben.

Ehra-Lessiens Bürgermeister Jörg Böse hat mit der Unterbringung von 250 Flüchtlingen „kein Problem“ – nur nach Möglichkeit nicht mehr. Ferner erwartet Böse, dass der Kreis sich bemüht und sich kümmert. „Nicht, dass die Gemeinde wieder herangezogen wird und alles auf den Schultern der Ehrenamtlichen lastet“, sagt der Verwaltungschef.

Viel mehr drängt sich Böse die Frage nach dem Brandschutz auf, denn auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz gibt es keine Feuerwehr mehr. Diese ist ebenfalls nach der Schließung des Camps abgerückt. Und die Brandschutzsicherung ist durch die Freiwilligen Feuerwehren nicht zu bewerkstelligen.

Von Carola Hussak

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