Keine Wall-Box

Kostenexplosion: Gemeinde Ehra-Lessien prüft alternative Standorte für E-Ladestation

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Die Gemeinde Ehra-Lessien sucht nach guten Standorten für E-Ladesäulen.

Ehra – Der Gemeinderat Ehra-Lessien beschloss kürzlich, die nötige Infrastruktur für E-Fahrzeuge in Ehra zu schaffen. Dies sollte als politisch-symobilische Geste möglichst kostengünstig ablaufen.

Dafür hatte man das alte Feuerwehrgerätehaus als Standort einer kleinen Wall-Box angedacht. Nachdem nun die Kosten explodiert sind, schaut man sich nach Alternativen um.

„Eine Wall-Box wäre eine kleine, kostengünstige Lösung“, rekapituliert Bürgermeister Jörg Böse auf der jüngsten Ratssitzung in Lessien die damaligen Überlegungen. „Das Gerätehaus liegt relativ zentral und wäre ein guter Standort.“ Nach dem Ratsbeschluss habe er sich in Verhandlung mit der LSW begeben, die die Machbarkeit bescheinigt hätten. Daraufhin habe Böse auch einen Vertrag unterschrieben. „Nun heißt es, das ginge dort doch nicht“, ärgert sich Böse. Man müsse einen seperaten Zähler mit Tarif-Steuergerät im Verteilerschrank installieren – für rund 4000 Euro.

Das bedeute eine Verdopplung der veranschlagten Kosten. Böse und die CDU-Fraktion schlugen daher vor, diese Idee nicht weiter zu verfolgen. „Wir haben das alte Feuerwehrgerätehaus gewählt, weil es versprach, günstig zu sein“, erklärte der stellvertrende Bürgermeister Axel Jordan. „Das ist es jetzt nicht mehr.“ An der politischen Entscheidung, die zukunftsträchtige Lade-Infrastruktur für Gäste der Gemeinde – Anwohner würden bei Bedarf eher private Lademöglichkeiten nutzen – anzubieten, will man aber festhalten und Alternativen prüfen.

So biete sich der Ehraer Schützenplatz als Standort für E-Ladesäulen an. Für die im Vergleich zu einer Wall-Box deutlich größere Anlage könne man sogar bis zu 40 Prozent Fördermittel erhalten. „In der Nähe haben wir ein Hotel und Gastronomie“, sagte Jordan. „Das macht den Standort noch attraktiver.“

Auch die SPD-Fraktion stimmte dahingehend zu, dass bei derartigen Kosten vom alten Gerätehaus als Standort Abstand genommen werden sollte. Sven Grabowski schlug jedoch vor, mit örtlichen Geschäftsmännern über die Möglichkeiten eines größeren Parkplatzes an der Wittinger Straße zu sprechen. An dem würde eine Ladestation mehr Sinn machen.

Der Bürgermeister erhielt vom Rat schließlich den Auftrag, die Wall-Box-Idee nicht weiter zu verfolgen und zu prüfen, was mit dem Vertrag mit der LSW passiert. Zudem sollen die Standort-Alternativen auf ihre Tauglichkeit geprüft werden, das gilt auch für die Verfügbarkeit etwaiger Fördermittel. Gespräche mit lokalen Unternehmen will Böse angehen.

VON DENNIS TESCH

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