Einschränkung für Landwirte

Konsequenzen durch Naturschutzgebiet „Nördlicher Drömling“

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Mit dem Naturschutzgebiet „Nördlicher Drömling“ wird es Einschränkungen für die Landwirte und die Bundeswehr geben.

Drömling – Der Umweltausschuss des Landkreises Gifhorn empfahl kürzlich die Verodnung über das Naturschutzgebiet „Nördlicher Drömling“ in der Samtgemeinde Brome bei zwei Enthaltungen, einer Gegenstimme und sechs Ja-Stimmen an den Kreistag.

Zuvor wurde über das Überflugsrecht diskutiert und die Einschränkungen der Landwirtschaft im Naturschutzgebiet aufgezeigt.

So monierte Friedrich Lührs (FDP), dass es bis jetzt zu keiner einvernehmlichen Lösung mit der Bundeswehr gekommen ist, die nach der Wiedervereinigung über das Gebiet eine Tiefflugzone für Hubschrauber festgesetzt hat. Tritt die Verordnung in Kraft, ist es nicht mehr gestattet mit dem Hubschrauber, außer im Notfall, die Mindestflughöhe von 150 Metern zu unterschreiten. Lührs befürchtete, dass sich die Bundeswehr daran nicht halten werde. Antje Präger, Fachbereichsleitung Umwelt des Landkreises, entgegnete, dass das Gebiet noch kein Naturschutzgebiet sei. Wenn es dann eines wird, werde man weiterhin im Gespräch mit der Bundeswehr bleiben. „Kann man denn die Bundeswehr verklagen?“, hakte Lührs nach. „Kann man. Es gibt entsprechende Verfahren.“

Ausschussvorsitzender Jochen Gese (CDU) glaubt nicht, dass dies nötig sein werde. Wenn die Verordnung in Kraft tritt, müsse sich die Bundeswehr daran halten. Zudem könne man nicht minutiös die Einhaltung der Verordnung kontrollieren. Kreisrat Mirco Schmidt erwiderte, der Anspruch aller Beteiligten müsse sein, dass an dieser Verordnung festgehalten wird. Ausgenommen seien Rettungseinsätze oder Sonderregeln. „Ich würde aber ungern jetzt schon planen, was passiert, wenn ständig Hubschrauber drüber fliegen.“

Zu einem ganz anderen Punkt nahm Joachim Zeidler (CDU), der zugleich Vorsitzender des Landvolk-Kreisverbandes Gifhorn-Wolfsburg ist, Stellung. Zwar wurde bei dem Anhörungsverfahren auf die Belange der Landwirtschaft Rücksicht genommen, sagte er, aber „wie man aus Berlin hört, wird im Bezug auf Insektenschutz ein Gesetz beschlossen, das heißt in Naturschutzgebieten finden Pflanzenschutzmittel keine Anwendung mehr.“ Da in dem Gebiet auch Ackerflächen bewirtschaftet werden, würden diese mehr oder weniger nicht mehr finanziell lohnend sein. Zudem komme der Wertverlust hinzu und die Eigentumsrechte würden stark eingeschränkt werden. „Das kann ich als Landvolkvertreter so nicht befürworten. Ich lebe da und es sind Kollegen, die, wenn es soweit kommt, arge Probleme haben.“

VON ANN-CATHRIN BREY

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