Kleine Gemeinde, großes Gewerbe

Ehra-Lessiens Rat sieht Chancen für Wachstum – 25 Hektar Gewerbefläche im Norden

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Nördlich von Ehra könnten große Gewerbeflächen entstehen. Die Anbindung an die geplante A 39 (rote Linie), die geplante B 248 (rot-gestrichelte Linie) und die L 288 (grüne) sind gute Voraussetzungen. Die Gemeinde will sich noch einmal beraten lassen.

Ehra-Lessien. Eine Chance auf langfristiges Wachstum sieht die Gemeinde Ehra-Lessien im neuen Regionalen Raumordnungsprogramm – doch dafür müsste man 25 Hektar Gewerbefläche ausweisen.

Der Regionalverband Großraum Braunschweig gibt derzeit den Gemeinden in seinem Gebiet die Gelegenheit, auf ein neues Gewerbeflächenkonzept zu reagieren. Auch der Gemeinderat Ehra-Lessien beschäftigte sich auf seiner jüngsten Sitzung im Landhotel Heidekrug in Ehra mit diesem Konzept.

„Der Regionalverband bietet uns sozusagen die Chance auf ‘Premium’-Gewerbeflächen“, erklärte Bürgermeister Jörg Böse. „Diese sollen 25 Hektar groß sein.“ Prinzipiell könne Böse sich vorstellen, an dem Programm teilzunehmen. Er würde die relativ große Fläche in den Norden Ehras legen: „In Richtung Boitzenhagen, wo auch der Sandabbau genehmigt ist.“ Die Fläche ist jetzt schon an eine Straße angebunden, und das Entwicklungskonzept enthält dort schon eine Gewerbefläche. „Die würde dann eben nur erweitert“, sagte Böse.

Die Ratsmitglieder diskutierten den Vorschlag. Kontrapunkte waren zum einen die Größe der Fläche. Zum anderen wurde gefragt, ob und wie die Ver- und Entsorgung eines solchen Areals für die relativ kleine Gemeinde zu stemmen sei. Es wurde angemerkt, dass man die Fläche erst einmal anmelden und die Details später noch besprechen könne. „Die Planungshoheit bleibt bei uns“, sagte Böse dazu.

Mit Blick auf den geplanten Autobahnbau und Ehra-Lessiens direkte Anbindung werde man sich sowieso eher früher als später mit der Ausweisung von Gewerbeflächen beschäftigen müssen. Später seien diese auch schwieriger anzumelden, da das Raumordnungsprogramm dann schon stehe. „In ein laufendes Verfahren einzugreifen, ist immer schwerer“, betonte Böse. Dies stieß auf Zustimmung.

Man könne zu gegebener Zeit immer noch diskutieren, welches flächenintensive Gewerbe man ansiedeln wolle. Die Diskussion zeigte eine Tendenz zu Forschung und Entwicklung, auch Logistik wäre denkbar. „Die braucht aber meist viel Fläche und bringt wenig Arbeitsplätze“, sagte Böse. Der Rat beschloss einstimmig, sich nochmals mit dem Regionalverband zu beraten.

Der Bürgermeister sieht die große Gewerbefläche als Investition in die langfristige Zukunft: „Sowas bedeutet auch Arbeitsplätze und die wiederum Wachstum.“ Die Bevölkerung stimmte im Anschluss an die Sitzung zu, dass man diese Chance nutzen sollte: „Vor 30 Jahren hat man für Bertrandt hier keine Flächen gehabt. Schauen Sie mal, wie die gewachsen sind.“

Von Dennis Tesch

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