Ehra-Lessien: Kontrollierte Sprengung von 16 Granaten auf ehemaligem Truppenübungsplatz

40 Kilo Munition fliegen in die Luft

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Der Moment der Sprengung: Ein Großaufgebot an Feuerwehr, Bundesforst, Bundeswehr und Polizei war gestern Mittag auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lessien unterwegs.

Ehra-Lessien. Ein lauter Knall, eine Rauchwolke – dann war alles vorbei.

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lessien fand gestern eine kontrollierte Sprengung von 16 Granaten mit einer Sprengmasse von rund 40 Kilogramm statt, die 85 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Bundeswehr, Forst und Polizei auf den Plan rief. Wie Kreisbrandmeister Thomas Krok erläuterte, handelte es sich um die erste Sprengung, die von der Bundeswehr vorgenommen wurde, da es sich um Bundeswehr- und Nato-Munition handelte.

Sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Sprengung (v.l.): Michael Spanier, Leiter der Polizeistation Brome, sowie Rolf Feldmann und Andreas Meyer vom IuK-Zug der Kreisfeuerwehr.

Das Besondere an diesem Einsatz: Die Munition konnte nicht bewegt werden, musste vor Ort gesprengt werden. Der Sicherheitsradius von 1,5 Kilometern lag außerhalb des Geländes, sodass die Feuerwehren aus den Samtgemeinden Brome und Wesendorf, der Einheitsgemeinde Sassenburg und der Stadt Wittingen sowie die Polizei zur Sicherung des Geländes im Einsatz waren. Auch der Luftraum wurde von 8 bis 16 Uhr bis zu einer Höhe von 18  000 Fuß gesperrt.

Harald Sälzer (v.l.), Antje Präger und Thomas Krok besprechen die Lage nach dem Einsatz.

Wie Harald Sälzer vom Bundesforst der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) erläuterte, werden seit mehreren Jahren auf dem Gelände Brandschutzschneisen und Rettungswege von Altlasten geräumt, damit die Freiwillige Feuerwehr im Falle eines Brandes das Areal gefahrlos betreten kann, um direkt vor Ort am Brandherd eingreifen zu können. Bei der jüngsten Räumungsaktion durch eine Fachfirma wurden die Granaten gefunden. „Die Planungen für die kontrollierte Sprengung laufen seit etwa fünf Wochen“, informierte Antje Präger, Leiterin des Fachbereiches Umwelt in der Kreisverwaltung.

Die ersten ehrenamtlichen Einsatzkräfte waren gestern bereits kurz vor 8 Uhr am Ort des Geschehens – unter anderem, um das Gelände hermetisch abzuriegeln. „Zur Sicherheit kommt abschließend ein Hubschrauber zum Einsatz, damit auch wirklich alles save ist“, so Kreisfeuerwehr-Pressesprecher Tobias Nadjib. Dann erst gebe die Bundeswehr das Zeichen für den Countdown bis zur Sprengung. Die Bevölkerung in Transvaal und Weißes Moor, so Präger, wurde per Handzettel informiert: „Zum einen, dass niemand in die Nähe des Geländes kommt, zum anderen, dass niemand auf Grund des Knalls die Polizei informieren muss.“ Die Polizei und die Feuerwehren haben per Social Media auf die Aktion hingewiesen.

Großen Dank sprach Krok den zahlreichen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz aus. Die gesamten Kosten – die weder Krok noch Sälzer beziffern konnten – übernimmt die BIMA. Dazu zählen auch die Kosten für den Arbeitsausfall für Arbeitgeber. Ebenfalls hinzugezogen wurden die Kommunikations- und Informationsgruppe der Kreisfeuerwehr und der Logistikzug. Letzter sorgte am Ende des Einsatzes für Deftiges zur Stärkung.

Von Carola Hussak

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