Tela Buhl hat ihren Traumberuf gefunden / 20-Jährige aus Tülau auf dem Weg zur Kfz-Mechatronikerin

Keine reine Männersache

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Freuen sich, dass Tela Buhl (zweite von links) ihren Traumberuf gefunden hat: Meik Dirkes (von links), Petra Osterloh und Marko Gades.

Tülau. Dank des Förderinstruments Einstiegsqualifizierung (EQ) erhielt eine junge Tülauerin die Chance, ihren Traumberuf zu erlernen. Als Tela Buhl das erste Mal den Wunsch äußerte Kraftfahrzeugmechatronikerin zu werden, traf sie anfangs auf Skepsis.

Eine Frau in dieser Männerdomäne?.

Heute jedoch sitzt sie strahlend am Tisch mit ihren neuen Chefs Marko Gades, dem Geschäftsführer, und Meik Dirkes, dem Serviceleiter des Autohauses Gades und erzählt: „Ich bin so froh, endlich in meinem Wunschberuf eine Ausbildung bekommen zu haben. Ich wollte schon sehr lange in dem Bereich arbeiten.“ Ihr Opa habe sie früher immer mit auf die Cross-Strecke genommen, so wurde ihre Leidenschaft fürs Auto früh geweckt. Häufig sei die Tülauerin auf Vorurteile bei Frauen gegenüber diesem Beruf gestoßen. Nun aber konnte sie am 1. August mit ihrer Ausbildung anfangen.

Die 20-Jährige absolvierte 2009 ihren Realschulabschluss, begann dann eine Ausbildung zur Malerin und Lackiererin, die sie aus gesundheitlichen Gründen jedoch abbrechen musste. Im Sommer 2011 hatte sie das erste Mal Kontakt zur Ausbildungsstellenvermittlung des Jobcenters in Gifhorn. Ihr Berater stellte ihr das Langzeitpraktikum Einstiegsqualifizierung vor und bot ihr an, das Instrument zu nutzen. Sie bekam einige Adressen, bei denen sie vorstellig wurde. Beim Autohaus Gades hat es geklappt.

„Bei Frau Buhl hat es gleich gepasst. Sie ist immer fröhlich, höflich und hat stets ein Lächeln im Gesicht. Wir gaben ihr gern die Möglichkeit, sich in der EQ ab Januar zu beweisen. Für uns ist das eine gute Chance jemanden kennenzulernen. In einer Woche Praktikum kann man meist noch nicht wirklich absehen, ob es gegenseitig passt“, berichtet Meik Dirkes. Während einer EQ, also einem längeren Praktikumszeitraum, habe man Gelegenheit wirklich zu sehen, ob es für beide Seiten das Richtige sei. „Nach zwei Monaten haben wir erkannt, dass sie super arbeitet und hochmotiviert sowie engagiert ist. Wir haben ihr daraufhin im März die Ausbildung bei uns angeboten“, freut sich Dirkes.

Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters Gifhorn, Petra Osterloh, freut sich über eine Frau in der Männerdomäne: „Der Arbeitgeber-Service und ich gehen sehr oft zu den Betrieben und werben für unsere jungen Berufsstarterinnen, gerade wenn es sich um geschlechteruntypische Berufswünsche handelt, versuchen wir oft zu vermitteln und eventuellen Vorurteilen entgegenzuwirken.“ Der Wunsch von Tela Buhl sei von Anfang an ernst genommen und respektiert worden. Ziel sei es, dass Ausbildungssuchende in der hiesigen Region nicht daran scheitern, welchem Geschlecht sie zugehören, wenn alles andere passt.

Marko Gades bestätigt: „Gerade vor dem Hintergrund wachsender Fachkräftebedarfe ist das Thema Ausbildung von enormer Wichtigkeit. Hier macht es für uns keinen Unterschied, ob es sich um eine gute Auszubildende oder einen guten Auszubildenden handelt. Frau Buhl arbeitet hervorragend mit. Sie hat sich sehr schnell ins Team integriert und ist sehr interessiert. Sie wird sich auf die Fachrichtung Diagnose und Elektronik spezialisieren. Darüber sind wir froh, denn gerade Frauen sind auf diesem Gebiet hervorragend geeignet durch hohe Präzision und Genauigkeit sowie Ausdauer.“

Von Carola Hussak

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