Brome: Themenrundgang scheint die Akzeptanz des Bibers in der Bevölkerung gestärkt zu haben

Keine Beschwerden seit zwei Monaten

Dieser Biber wurde Ende Juni tot im Wasser gefunden.

Brome. Gut zwei Monate ist es her, dass der Flecken Brome Bürger zu einem Informations-Spaziergang eingeladen hatte, bei dem das Leben zwischen Biber und Mensch im Fokus stand (das IK berichtete).

Für Bürgermeister Gerhard Borchert war dieser Termin äußerst wichtig, denn die Unsicherheit in der Bevölkerung war groß, besonders mit Blick auf die Bäume rund um den Ohresee, wo der eine oder andere Baum dem Biber zum Opfer fällt.

Immer wieder beschwerten sich Bürger über die possierlichen Nager. Seit dem Biberrundgang liegen dem Bürgermeister keine Beschwerden vor: „Ich habe keine negativen Äußerungen mehr gehört. Ich denke, der Spaziergang und die Berichterstattung in der Presse hat deutlich gemacht, dass die ‘Baumzerstörung’ natürlich ist und Bäume wieder nachwachsen. Das war ja auch die Botschaft unseres Spazierganges.“

Auch Gerd Blanke, Biber-Experte beim Naturschutz Bromer Land, hat weder negative noch positive Reaktionen erlebt. „Ich denke, das Thema ist seit dem Rundgang vom Tisch“, mutmaßt Blanke. Genau wie Borchert empfand er den Themenspaziergang als gelungen. Erst recht, weil es gelungen ist, einen Biber in der Ohre zu fotografieren.

Zwar seien laut Blanke einige Bäume am Ohresee ringsherum entrindet, aber Schutzmaßnahmen wird es deswegen nicht geben. „Was die Leute aufregt ist im Prinzip die unterschiedliche Auffassung vom Begriff ‘Natur’ – die einen sehen sie rechteckig, sauber und geordnet, die anderen eine natürliche Weiterentwicklung ohne menschliche Einwirkung“, erklärt Blanke. Dazwischen müsse man eben versuchen, zu vermitteln. Das scheint funktioniert zu haben, denn ein weiteres Treffen des Runden Tisches sei nicht geplant. Wie Blanke im IK-Gespräch äußert, wird es erst wieder ein Treffen geben, wenn denn auch ein Problem ansteht.

Weniger als ein Problem, sondern eher als der Lauf der Natur sieht Blanke wohl auch, dass zwei tote erwachsene Biber in Brome gefunden wurden. Einer lag Anfang Mai in der Nähe des Lehrpfades, der andere Biber wurde Ende Juni ebenfalls im Wasser in der Nähe der Salzwedeler Straße gefunden. Aufgrund des starken Verwesungszustandes waren bei beiden Tieren weder Alter noch Geschlecht erkennbar. Auch waren keine äußerlichen Verletzungen zu erkennen, sodass Blanke doch von einem natürlichen Tod ausgeht. „Bei der Bergung war auch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Gifhorn dabei. Beide Biber wurden vor Ort vergraben“, so Blanke.

Von Carola Hussak

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