Kreis sieht keine Notwendigkeit für langsames Fahren vor Schule

Kein Tempo 30 in Ehra – Gemeinde lehnt Landesprojekt ab

+
Die Gemeinde Ehra-Lessien hatte bei der Kreisverwaltung eine Tempo-30-Zone vor der Grundschule beantragt. Der Kreis sieht jedoch keine Notwendigkeit, weil die Ausgänge der Schule nicht direkt an der Straße liegen.
  • Carola Hussak
    VonCarola Hussak
    schließen

Ehra-Lessien. Die Verkehrssituation und mögliche Gefahrenpunkte in der Gemeinde Ehra-Lessien wurden jüngst in der Ratssitzung diskutiert. Unter anderem ging es um die Einrichtung einer Tempo 30-Zone auf der Wittinger und Bromer Straße im Bereich der Schule.

Dieser Punkt war Thema bei der jüngsten Verkehrsschau – jedoch mit wenig Aussicht auf Erfolg. Denn: „Der Kreis sieht keine Gefahrenstellen, da beide Eingänge nicht direkt an der Straße liegen“, erläuterte Axel Jordan (CDU), stellvertretender Bürgermeister. Der Landkreis sehe zudem keine Notwendigkeit, da es eine Ampel und Querungshilfen gebe.

Wenig Aussicht auf Erfolg hat ein Überholverbot auf der B 248 zwischen Ehra und Barwedel – obwohl, so Jordan, es dort täglich an unübersichtlichen Passagen zu haarigen Überholmanövern kommen würde. „Uns wurde vom Landkreis mitgeteilt, dass es sich bei dieser Stelle um keinen Unfallschwerpunkt handelt und sich dadurch keine Gefährdungsstelle darstelle“, berichtete Jordan. Alle Verkehrsteilnehmer, so die Meinung des Kreises, seien angehalten selbstverantwortlich zu handeln. „Obwohl wir dieses Problem schon mehrmals gemeldet haben, gibt es keine Hoffnung auf ein Überholverbot – es muss erst etwas passieren“, beklagt Bürgermeister Jörg Böse.

Ob es vor der Ortseinfahrt Lessien aus Richtung Ehra kommend eine 70-Zone geben wird, steht noch nicht fest. Im Bereich des Hofes Habermann/Geyer soll es Geschwindigkeitsmessungen geben, um festzustellen, ob tatsächlich zu schnell gefahren wird. Der Kreis regte an dieser Stelle an, eine weitere Querung des Grabens vom Radweg gegenüber der Hofeinfahrt zu errichten, damit Reiter direkt die Fahrbahn queren können und nicht wie jetzt schräg. Eine Versetzung des Ortsschildes, wie es ein Zuhörer vorschlug, sieht Böses nicht: „Auch diese Stelle wird nicht als Schwerpunkt angesehen, weil noch nichts passiert ist.“

Mehrheitlich sprach sich der Gemeinderat gegen die Teilnahme eines Landesprojektes aus. Böse erklärte, dass eine Untersuchung aufzeigen soll, ob mit einer Tempo-30-Zone innerhalb des Ortes, der CO2-Gehalt und der Verkehrslärm gesenkt werden könnten. Wie der Bürgermeister anmerkte, gebe es allerdings einige Vorgaben – unter anderem muss der Streckenabschnitt mindestens 500 Meter lang sein. „Lessien ist da raus und in Ehra würde das nur klappen, wenn wir alle Knotenpunkte– also die Wittinger, Bromer, Gifhorner und Wolfsburger Straße einbeziehen. Damit würde im gesamten Ort Tempo 30 gelten – und das für drei Jahre“, gab Böse zu Bedenken.

„Ich würde mich ärgern, auf gerader Strecke ohne Grund nur 30 fahren zu dürfen – und das Tag und Nacht“, sagte Stephan Buhl (SPD). Auch Katinka Ditges (CDU) merkte an, dass man ja schon froh sein könnte, wenn Autofahrer innerorts Tempo 50 einhalten würden. Und Friedrich Rietz (parteilos) kann sich durchaus Tempo 30 an Gefahrenpunkten wir Schule vorstellen, nicht aber auf einer gesamten Strecke im Ort.

Von Carola Hussak

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare