Rühen: Denny Heine bekommt Urkunde für die Lebensrettung von Florian Fetsch

Kein Puls, keine Atmung spürbar

Ehrungen und ein großes Lob gab es gestern in Rühen für einen Lebensretter: Karl Urban (v.l.), Florian Fetsch, Denny Heine, Norman Pelz, Delie Daenicke und die Mutter, Vera Fetsch. Foto: Michalzik
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Ehrungen und ein großes Lob gab es gestern in Rühen für einen Lebensretter: Karl Urban (v.l.), Florian Fetsch, Denny Heine, Norman Pelz, Delie Daenicke und die Mutter, Vera Fetsch.

Rühen. Dem entschlossenen Handeln von Denny Heine verdankt Florian Fetsch mit großer Wahrscheinlichkeit, dass er am 13. August seinen 20. Geburtstag feiern kann.

Dafür wurde der Lebensretter am gestrigen Mittwoch im Rühener Rathaus von Bürgermeister Karl Urban geehrt: Neben Blumen und einem Präsent gab es für Heine eine Urkunde des Niedersächsischen Innenministeriums mit der Überschrift „Für Rettung aus Gefahr“. Urban: „Ich freue mich über so tolle junge Leute, die anderen das Leben retten.“

Fetsch schildert, dass er vor einem Jahr das Abitur mit sehr guten Leistungen bestand. Zur Belohnung wurde eine Abschlussfahrt organisiert, die nach Mallorca führte. Mit mehr als 40 Mitgliedern nahm die Reisegruppe in einem Flieger viel Raum ein. Nicht lange nach der Ankunft in Arenal war der ersehnte Ausflug mit Gleichgesinnten jedoch bereits beendet. Fetsch: „Kurz nach Mitternacht bin ich in der Disko umgekippt.“

Freunde trugen den jungen Mann, der weder Alkohol noch Drogen konsumiert hatte, ins Freie. Dort standen etliche Uniformierte der Guardia Civil, die alles andere taten, als dem Bewusstlosen zu helfen. Wohl in der Annahme, er sei betrunken, schütteten sie ihm eiskaltes Wasser auf den Kopf.

Denny Heine setzt die Schilderung fort: „Wir kamen zufällig vorbei und ich sah ihn da liegen. Es war fast unmöglich, zu ihm vorzudringen, weil die Uniformierten ihn eng abschirmten.“ Doch sei der Kopf des Ohnmächtigen blau angelaufen und geschwollen gewesen. Er habe erkannt, dass Fetsch seine Zunge verschluckt hatte, und befreite ihn davon.

Heine: „Er hatte keinen Puls mehr und auch die Atmung war nicht spürbar.“ Er habe sofort mit der Reanimation begonnen. Da habe der Ohnmächtige einmal nach Luft geschnappt. Freunde setzten sich robust gegen die Guardia Civil zur Wehr, und es gelang ihnen, einen Krankenwagen zu rufen, der Fetsch in ein Krankenhaus brachte.

Der Gerettete berichtet, er sei mit einem Privatflugzeug in ein deutsches Krankenhaus gebracht worden: „Als ich wieder wach wurde, musste meine Mutter mir alles erklären. Ich hatte mein Kurzzeitgedächtnis verloren.“

Was folgte, war eine lange Zeit in der Reha, in der sich Fetsch nach und nach wieder zurückkämpfte. Heute kann er wieder ein fast normales Leben führen, nur ein Defibrillator unter seinem Schlüsselbein erinnert an den Ausflug, bei dem er fast um sein Leben gekommen wäre, hätte es nicht Heine gegeben.

Auf die Frage, warum er wusste, dass er zupacken muss, erklärt Heine: „Ich war eine ganze Zeit in der Brechtorfer Jugendfeuerwehr, da habe ich einiges gelernt.“

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