Entsetzen im Sozialverband

„Kaum zu stemmen“: Rentner hat plötzlich 600 Euro weniger pro Monat

+
Helmut von Nordheim hat wegen eines Berechnungsfehlers seiner Krankenkassenbeiträge, so Sozialberaterin Christine Scholz, nicht nur 200 Euro weniger Rente, sondern der Tülauer soll auch noch überzahlte Beiträge an die Kasse zurückzahlen – in monatlichen Raten von 400 Euro. Somit fehlen ihm 600 Euro im Monat.

mei Tülau / Gifhorn. Helmut von Nordheim aus Tülau ist nach 35-jährigem Arbeitsleben seit Juni 2016 Rentner. Genießen kann er seinen Ruhestand momentan nicht, denn er weiß nicht, wie lange er seinen Lebensstandard noch halten kann.

Eine Krankenkasse will von ihm monatliche Raten als Rückzahlung und eine Neuberechnung hat zudem eine Rentenkürzung um 200 Euro ergeben. „Mir fehlen also auf einmal 600 Euro, das ist ein herber finanzieller Verlust, den ich kaum stemmen kann“, sagt von Nordheim.

Eine Krankenkasse in Gifhorn soll unkorrekte Meldungen an die Rentenversicherung gemacht haben mit der Folge, dass die Rente und die Beiträge zur Krankenversicherung des Tülauers falsch berechnet worden seien. Dieser „Fehler“ sei nur durch Zufall ans Licht gekommen, schildert der Sozialverband, an den sich von Nordheim in seiner Notlage gewandt hat. Die Krankenkasse will nach Angaben des Sozialverbandes 3748 Euro von dem Tülauer zurück haben. Von Nordheim sagt: „Ich habe bei meinem Rentenantrag alle geforderten Angaben gemacht und alle notwendigen Unterlagen eingereicht. Alles nach bestem Wissen und Gewissen.“ Auch habe er „nichts verschwiegen“. Er habe sich darauf verlassen, dass die Krankenkasse den korrekten Beitrag ermittelt.

Der Tülauer wandte sich an Christine Scholz, Sozialberaterin beim Sozialverband in Gifhorn. Sie zeigt sich „entsetzt über die rigorose Vorgehensweise“ der Krankenkasse und spricht sogar von „sozialer Inkompetenz“. Statt sich für den selbst verursachten Fehler zu entschuldigen und mit dem Versicherten über mögliche Lösungen zu sprechen, werde kurzerhand eine Rückzahlungsaufforderung versendet, die Helmut von Nordheim finanziell schwer belastet.

Die Krankenkasse war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare