Übungsplatz: Um Brandschutz zu gewährleisten, wird fieberhaft Lösung gesucht

Kataster für Tabu-Flächen

Bislang ist keine Regelung getroffen, wie der Brandschutz nach dem Wegfall der Platzwehr gesichert werden soll. Archivfoto: Feuerwehr

Ehra-Lessien. Vor zwei Wochen erst sind die Feuerwehren aus dem Nordkreis zu einem Großbrand auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes Ehra-Lessien ausgerückt (das IK berichtete).

Insgesamt waren mehr als 140 Feuerwehrleute stundenlang damit beschäftigt, den Brand unter Kontrolle zu bekommen und zu löschen.

Noch bis zum Jahresende ist die Platzwehr vor Ort und gewährleistet den Brandschutz. Allerdings benachrichtigt auch sie im Ernstfall die umliegenden Wehren. „Es ist gut, dass die Platzwehr noch vor Ort ist“, sagt Jenny Reissig, Bürgermeisterin von Ehra-Lessien, „die kennt sich aus, weiß, welche Flächen betreten werden dürfen und von welchen Flächen man sich fernhalten muss.“

Und da genau liegt das Problem: Auf dem 1600 Hektar großen Gelände gibt es Bereiche, die auf gar keinen Fall betreten werden dürfen. „Im Falle eines Brandes werden die Brandschützer von der Platzwehr eingewiesen“, sagt Reissig.

Sie plädiert im Sinne der Sicherheit dafür, dass jeweils ein hauptamtlicher Feuerwerker und ein Feuerwehrmann für den Platz zuständig sind. „Man kann uns jetzt nicht im Regen stehen lassen.“

„Wenn es mit Beginn des neuen Jahres keine Platzwehr mehr gibt, ist auch niemand da, der den Hut auf hat“, sagt Peter Rothe, Leiter des Hauptamtes des Stadt Wittingen. Zurzeit seien alle Beteiligten dabei, eine Anschlusslösung zu finden. „Wir haben das bis zum Exzess durchgesprochen“, erklärt Rothe. Die Fläche ist in die Liegenschaft des Bundes übergegangen, der somit auch für den Brandschutz zuständig ist.

Sollte die Fläche in einen anderen Besitz übergehen, muss der zukünftige Besitzer diesen sicherstellen. Allerdings würden auch dann in einem Brandfall die umliegenden Feuerwehren mit alarmiert werden. Zurzeit wird ein Kataster erstellt, das aufzeigt, welche Flächen für die Wehren absolut tabu sind. „Dieses Wissen dürfen nicht nur Insider haben“, fordert Rothe. Wenn auf einer solchen Fläche ein Feuer ausbreche, würde man es dort kontrolliert brennen lassen, denn „in Gefahr begeben darf sich niemand“.

„Wir hoffen, dass wir nach der Sommerpause zu einem für alle Seiten zufriedenstellenden Ergebnis kommen“, sagt auch Bromes Samtgemeindebürgermeister Jürgen Bammel.

Von Meike Karolat

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