Info-Abend Ende August

Jugendweihe statt Konfirmation: Rühenerin bietet konfessionslose Alternative an

Katja Brauer setzt sich dafür ein, dass eine Jugendweihe in der Samtgemeinde Brome stattfinden kann.
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Katja Brauer setzt sich dafür ein, dass eine Jugendweihe in der Samtgemeinde Brome stattfinden kann.

Rühen – Der Übergang vom Kind zum Erwachsenen verläuft fließend. Dennoch kennt unsere Gesellschaft mehrere Riten, die dem Erwachsenwerden einen konkreten Tag zuordnen. In unserer Region meist die Konfirmation oder auch die Kommunion.

Katja Brauer aus Rühen möchte nun die konfessionslose Jugendweihe in der Umgebung einführen.

Brauer selbst kennt das Ritual aus ihrer eigenen Jugend, die sie in der DDR verbrachte. Daher kennen es wohl die meisten, allerdings ist die Jugendweihe keine Erfindung der deutschen Sozialisten. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie in Hamburg vorgenommen, eben um eine konfessionsfreie Alternative zu Konfirmation und Kommunion zu bieten.

Brauer sieht das Thema auch heute noch aktuell. Ihre Kinder kommen langsam in das Alter, in dem diese Riten Thema werden. „Manchen lockt dann finanzieller Anreiz oder die Feier zur Konfirmation“, vermutet sie. In Familien, in denen die Religion sonst kaum eine Rolle spiele, müsse man dann die Kinder taufen und konfirmieren lassen. „Die Jugendweihe wird auch von großen Familienfesten begleitet“, sagt Brauer. „Man kann sich auch ohne Religion als Erwachsener fühlen.“ Und die Umwelt kann dies in einem Feierakt bestärken.

Mit ihrem ersten Aufruf wollte Brauer eine Jugendweihe für die Gemeinde Rühen mit ihren drei Ortsteilen auf die Beine stellen. „Die Gemeinde übernimmt dabei die Schirmherrschaft“, erklärt Brauer, „organisieren muss ich das allerdings selbst.“ Aber man arbeite gut zusammen und da Brauer auch Mitglied im Gemeinderat ist, sind die Wege kurz. Mittlerweile haben sich genügend interessierte Jugendliche angemeldet, sodass Brauer mit der Organisation beginnt. Allerdings meldeten sich Interessierte nicht nur aus Rühen, sondern auch etwa aus Parsau und Velstove.

„Mir schweben so sechs bis sieben Veranstaltungen vor“, erklärt Brauer. Konfirmationen sind für April 2020 angesetzt, in dem Zeitraum soll dann auch die Jugendweihe stattfinden. „Alle 14 Tage bis ins Frühjahr sollte man zusammenkommen und etwas lernen.“ Dafür fragt Bauer derzeit bei lokalen Geschäften, aber auch der Polizei in Gifhorn an. Sie könnte sich auch etwa ein Knigge-Training in Kooperation mit dem Hotel Rühen vorstellen. Aber konkret sei da noch nichts.

Für Ende August ist erst einmal ein Info-Abend geplant, bei dem sich möglichst auch die Jugendlichen schon einbringen sollen. Details folgen noch. Wer an der Jugendweihe interessiert ist, kann sich unter (0179) 7421987 oder per Mail an katja_brauer@yahoo.de bei Brauer melden.

VON DENNIS TESCH

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