Hochwasserschutz und Freizeitwert

40 Jahre Ohresee: Ziele erfüllt, Erhalt derweil unklar – Rat saniert Teilstücke

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Im Juni 1979 wurde der Ohresee feierlich eingeweiht. Staatssekretär Dr. Pfingsten zerschnitt das Band und eröffnete die erste Fußgängerbrücke. 

Brome – 40 Jahre ist es her, dass der Bromer Ohresee feierlich eingeweiht wurde. Ein Gedenkstein am Weg zwischen kleinem und großem See erinnert daran.

Zehn Jahre lang hatte man darüber gesprochen, über drei Jahre das Projekt konkret geplant und dann innerhalb von anderthalb Jahren umgesetzt. Für rund 2 Millionen Mark wurden 100.000 Kubikmeter Boden ausgehoben, 300 Kubikmeter Stahlbeton verbaut und 2,2 Kilometer Wanderwege angelegt. Ein Kraftakt für die Gemeinde Brome, die dabei Unterstützung von Kreis, Land und Bund erhielt. Denn man versprach sich viel vom Ohresee: Hochwasserschutz und Verbesserung der landwirtschaftlichen Flächen im Seebereich sowie einen erhöhten Freizeitwert für Anwohner, aber auch für den Fremdenverkehr.

„Der Hochwasserschutz funktioniert“, bilanziert Bromes Bürgermeister Gerhard Borchert. „Seitdem ist mir kein Hochwasser bekannt.“ Auch das extrem nasse Jahr 2017 habe die Gemeinde dank des Sees ohne größere Probleme überstanden. Doch die Funktion des Ohresees führe auch zu seinem Hauptproblem: Er verschlammt.

Der Kleine Ohresee sollte eine Wassertiefe von 1,7 bis 2 Metern haben. „Das ist schon lange nicht mehr gegeben“, weiß Borchert. Seit rund zehn Jahren kämpft man mit künstlicher Belüftung gegen Blaualgen, seit vier Jahren werden dazu Ultraschallgeräte eingesetzt. „Das hatte mal als Forschungsprojekt begonnen und wir führen das weiter“, erklärt Borchert. „Aber das sind Aufwendungen, die nicht ständig belassen werden können.“

Borchert hofft, bald ein umfassendes Konzept aufstellen zu können. „Mehrere Optionen sind da in der Schwebe“, sagt er. Totalentschlammung, neue Flussgestaltung und Wasserführung oder auch ein Versanden lassen – dabei würde aber der See-Charakter verloren gehen – seien denkbar. Doch dafür fehlt es an Mitteln.

40 Jahre später liegt der Ohresee noch still da, hat aber einige Probleme. Brücken und Wege müssen saniert werden, die Gemeinde geht schrittweise vor.

Auch für die Sicherheit der Bürger wurden vor Kurzem einige Wegstücke saniert. Aber auch an allen anderen herrsche dringender Handlungsbedarf. Borchert sucht bereits nach Fördermitteln: „Alleine können wir das nicht stemmen.“ Der Gemeinderat sah das jüngst genauso, beschloss, in diesem Jahr weitere Teilstrecken zu sanieren, bis Mittel gefunden sind. „Bis dahin ist alles nur provisorisch“, sagt Borchert. „Ich hoffe, zum 50-jährigen Jubiläum sind wir fertig.“

VON DENNIS TESCH

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