Heute Feier zum Jahrestag in der Christuskirche / Jüngere Mitglieder für lockere Treffen dringend gesucht

80 Jahre Frauenhilfe in Parsau-Ahnebeck

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Christel Napieralski und Pastor Siegfried Neumeier freuen sich über das 80-jährige Bestehen der Frauenhilfe Parsau-Ahnebeck. Heute wird in der Kirche und im Gemeindehaus gefeiert.

Parsau. Die Frauenhilfe Parsau-Ahnebeck feiert heute ihren 80. Jahrestag. Im Jahr 1933 wurde die Hilfe ins Leben gerufen. „Man kann sie schon als Kind der vorletzten Jahrhundertwende bezeichnen“, meint Pastor Siegfried Neumeier.

Auf Anregung der Herzogin Viktoria Luise von Braunschweig organisierten sich zu Beginn des letzten Jahrhunderts Frauen, um anderen helfend zur Seite zu stehen.

Wie Neumeier erläutert, habe sich 1913 parallel zum karitativen Zweig in der Kirche auch die Frauenhilfe gebildet. Frauen würden sich für Frauen einsetzen, einfach aus dem christlichen Engagement heraus. Das Bild der Frauenhilfe hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert, genau wie ihre Aufgaben. Heute werden weder ledige Mütter versorgt noch Soldaten während des Krieges. Und dennoch ist der Auftrag der Nächstenliebe geblieben.

Wie Christel Napieralski, Vorsitzende der Frauenhilfe Parsau-Ahnebeck, berichtet, gehören dem Kreis derzeit 13 Frauen an – die Jüngste ist über 70, die Älteste über 91 Jahre. „Die Frauenhilfe heute sorgt sich um ihre älteren Mitglieder, begleitet Frauen in Krisensituationen und steht in vielen Fällen den Kirchengemeinden hilfreich zur Seite“, sagt Napieralski. Tiefer gehende Hilfe könne man gar nicht leisten. „Dafür sind wir nicht ausgebildet. Aber wir können an kompetentere Stellen verweisen“, weiß die engagierte Parsauerin. „Unser Haus steht allen offen und wir helfen jedem weiter“, versichert Pastor Neumeier. Man biete ein niederschwelliges Angebot, damit die Hemmschwelle, jemanden um Rat zu fragen, nicht zu groß sei.

Napieralski, ehemalige Erzieherin, arbeite gerne mit Älteren zusammen. Mit ihren 63 Jahren ist sie eigentlich die Jüngste in der Runde. „Wir treffen uns immer am ersten Mittwoch im Monat. Die Treffen sind sehr wichtig“, weiß Napieralski. Das Kaffeetrinken sollte man nicht zu gering einschätzen. Die Gespräche untereinander seien sehr wichtig. Auch gebe es Thementage, zu denen man sich austausche. „Oder ich lese Geschichten vor, zum Beispiel über Schicksale der Frauen.“

Die Schicksale ihrer Frauen oder Geschichten aus der Vergangenheit interessieren Napieralski besonders: „Werden sie nicht erzählt, geraten sie in Vergessenheit. Das wäre doch schade.“ Daher war die Freude auch groß, als ihr das Tagebuch der Urgroßmutter ihrer Schwiegermutter in die Hände fiel. Dort beschrieb sie ihre Arbeit als Vorsitzende in der Zeit von 1933 bis 1946.

Seit 2008 ist Napieralski Mitglied bei der Frauenhilfe. Über ihre Schwiegermutter sei sie dazu gekommen. Es wäre schön, wenn sich Jüngere der Frauenhilfe anschließen würden. „Leider schrecken viele beim Wort Kirche zurück, dabei geht es bei uns sehr locker zu“, weiß Napieralski.

Heute laden Pfarrer Neumeier und Christel Napieralski um 14 Uhr in die Parsauer Christuskirche ein. Neben einem besonderen Programm steht auch eine Ehrung an. Im Anschluss geht es ins Gemeindehaus zum Kaffeetrinken. Damit der Feierlichkeiten in diesem Jahr noch nicht genug. Wie Neumeier berichtet, habe die Frauenhilfe in Bergfeld im Dezember 2012 ihr 65-jähriges Bestehen gefeiert und in Rühen ihr Fünfjähriges. Zusammen wolle man am ersten Juni-Wochenende das 150-jährige Bestehen aller drei Frauenhilfen feiern. Auch dieses beginne mit einer gemeinsamen Andacht. Was noch nicht feststeht ist, wo die Feier stattfindet. Wer Interesse hat, bei der Frauenhilfe mitzuarbeiten, kann sich im Pfarramt, (0 53 68) 2 56 melden.

Von Carola Hussak

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