Großer Zusammenhalt und Stützen der Kirche / Feier zum Jahrestag

70 Jahre Frauenhilfe in Bergfeld

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Die Evangelische Frauenhilfe in Bergfeld wurde 1947 gegründet. Zusammen mit Pastor Joachim Schreiber und Propst Dr. Ulrich Lincoln feierten die Frauen ihr 70-jähriges Bestehen. 

Bergfeld. Wenn in einer evangelischen Kirchengemeinde gefeiert wird, war früher klar: Die Evangelische Frauenhilfe der Gemeinde packt mit an, backt Kuchen und hilft bei der Organisation.

Längst gibt es nicht mehr in jeder Kirchengemeinde eine Frauenhilfe, weswegen man in Bergfeld besonders stolz ist, nun schon auf ein 70-jähriges Bestehen zurückblicken zu können.

Auch schon vor dem zweiten Weltkrieg existierten in der Propstei Vorsfelde etliche Gruppen – die Geschichte der Evangelischen Frauenhilfe beginnt zwar schon 1913 – doch durch die Gleichschaltung aller Frauenvereine im Dritten Reich wurde die Bergfelder Gruppe offiziell erst am 16. Dezember 1947 gegründet, erklärt Pastor Joachim Schreiber. Heute treffen sich die Frauen unter der Regie von Maria Lisson und Margot Granse.

In großer Runde mit Kaffee und Kuchen wurde nun das 70-jährige Bestehen gefeiert, bei dem auch Ina König, Vorsitzende des Kreisverbandes Vorsfelde, die langjährige Mitgliedschaft einiger Frauen mit einer Ehrennadel auszeichnete. „Das Besondere war auch, dass Propst Dr. Ulrich Lincoln bei uns die Predigt gehalten hat“, berichtet Lisson von dem Fest. In der Predigt würdigte der Propst vor allem die Arbeit der Bergfelder Frauen. So halfen sich die alleinstehenden Frauen gegenseitig und nahmen wichtige soziale Aufgaben war. „Nach dem Krieg haben viele Frauen ihre Männer verloren. Deswegen haben die Frauen viel zusammen unternommen und die Gemeinschaft gestärkt, in dem sie sich gegenseitig besucht haben. Zur Zeit der DDR haben sie auch Care-Pakete für den Osten geschnürt“, erzählt Schreiber.

Heute umfasst die Frauenhilfe aktive 14 Mitglieder, die Meisten von ihnen um die 80 Jahre alt, wie Lisson berichtet. „Alle vier Wochen kommen wir, möglichst auf einen Dienstag, zusammen und trinken Kaffee und essen Kuchen in der Bergfelder Gaststätte“, erzählt sie. Oft komme auch Pastor Schreiber hinzu und halte eine kleine Andacht. Hat er mal keine Zeit, übernehme Lisson die Aufgabe. Danach werde gesungen, immer passend zu einem neuen Thema.

Auch heute sei die Gemeinschaft zwischen den Frauen stark: „Wir besuchen uns zu den Geburtstagen, den großen Hochzeitstagen, machen Krankenbesuche und verteilen an die Täuflinge kleine Kinderbibeln“, erzählt Lisson.

Pastor Schreiber schätzt vor allem die aktive Beteiligung der Frauen in der Kirche: „Sie sind immer zur Stelle, wenn man sie fragt. Oft helfen sie mir auch, Gottesdienste, wie das Osterfest, mit vorzubereiten.“ Aber auch ihre Erfahrungen, die die Frauen über Jahre gemacht haben, seien faszinierend anzuhören. „Man könnte ganze Bücher mit ihren Geschichten füllen“, erzählt er. „Die Treffen machen mir immer viel Freude.“

Von Ann-Cathrin Brey

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