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Kreis denkt über Kauf der Ehra-Lessiener Flüchtlings-Unterkunft nach

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Von: Hilke Bentes

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Camp Ehra-Lessien
Wie sieht die Zukunft der Gemeinschaftsunterkunft in Ehra-Lessien aus? © Hilke Bentes

Ehra-Lessien – Wie geht es mit dem Gelände der Gemeinschaftsunterkunft in Ehra-Lessien weiter? Bei einem Vor-Ort-Besuch gaben Vertreter des Landkreises Gifhorn einen Ausblick, über welche potenziellen Entscheidungen schon jetzt nachgedacht wird. Auch ein möglicher Kauf des einstigen Kasernengeländes soll in der kommenden Zeit mithilfe einer Machbarkeitsstudie eruiert werden.

Der Landkreis Gifhorn ist nun seit dem 1. Oktober der alleinige Betreiber der Wohnanlage (das IK berichtete). Bei einem Pressetermin zogen die Verantwortlichen nicht nur ein Fazit zu „positiven Entwicklungen in der Unterkunft“ , sondern sie warfen auch einen Blick in die weitere Zukunft. Das Gelände am Ende der Lessiener Platzstraße steht im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilien (Bima). Diese vermietet das Gelände schon seit einigen Jahren an das Land Niedersachsen. Durch einen Haushaltsvermerk hat das Land die Möglichkeit, dem Landkreis das Gelände mietfrei zur Unterbringung von Asylbewerbern zur Verfügung zu stellen. „Aufgrund dieses Haushaltsvermerks können diese Verträge jedoch immer nur befristet für ein Jahr abgeschlossen werden“, sagte Dr. Thomas Walter als Erster Kreisrat. Das führte in der Vergangenheit dazu, dass es nur eine mittelmäßige Konstanz auf der Betreiber-Seite gab. Seit 2017 waren es bisher drei unterschiedliche Betreiber, die vor Ort in Ehra-Lessien zuständig waren. Das führe, so Kreis-Mitarbeiterin Katharina Manthai, zu dauerhaft loseren Strukturen, was die Bezugspersonen vor Ort angehe.

Auf Dauer strebt man jetzt eine konstante Lösung in Ehra-Lessien an, sagte Landrat Tobias Heilmann. Daher sei es der erste wichtige Schritt, nun selbst als Betreiber zu agieren. Das Modell lehnt sich an die Gemeinschaftsunterkunft in Meinersen und den Clausmoorhof in Gifhorn an, auch dort betreibt der Kreis mit eigenem Personal die Unterbringung von Geflüchteten.

Dass man auch in Zukunft ein Gelände wie das in Ehra-Lessien braucht, das wollte bei dem Pressetermin niemand verhehlen. „Wir wissen nicht, was uns in den kommenden Jahren erwartet“, so Walter. Der Standort in Ehra-Lessien sei aber ein enorm wichtiger Baustein für den Landkreis, auf den man auch in Zukunft wohl nicht verzichten könne. Mit einer angestrebten Machbarkeitsstudie könnte durch ein Fachbüro nun die bauliche Substanz eingehend geprüft werden, um sich für einen möglichen Kauf des Geländes zu positionieren. „Aber wir müssen ja erst mal wissen, über was wir dann reden“, sagte Heilmann. Die veranschlagten Kosten für diese Studie stehen bereits im Haushalt 2023, der Kreistag muss diesen allerdings noch verabschieden.

Dann wird auch das komplette Heizungssystem unter die Lupe kommen, so Heilmann. Dieses sei naturgemäß schon äußerst in die Jahre gekommen und schon öfter als Sorgenkind deklariert worden. Fünf Gebäude laufen derzeit unabhängig dieser Anlage, sie haben jeweils eigene Gastanks. Fest steht: Der Kreistag wird sich in den kommenden Jahren mit dieser Kauf-Frage beschäftigen müssen, so der Tenor.

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