Neue Teststrecken für Assistenzsysteme entstehen / Boden wird versiegelt

Investition von rund 8,5 Millionen Euro: VW erweitert Prüfgelände

Die Volkswagen AG erweitert ihr Prüfgelände. Dafür sind umfangreiche Umbauten vorgesehen, die von März bis Juli dauern sollen. Die Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung können derzeit eingesehen werden.
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Die Volkswagen AG erweitert ihr Prüfgelände. Dafür sind umfangreiche Umbauten vorgesehen, die von März bis Juli dauern sollen. Die Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung können derzeit eingesehen werden.

Ehra-Lessien – Auf dem Prüfgelände der Volkswagen AG bei Ehra-Lessien wird ab März eifrig gebaut. Der Konzern will seinen Prüfplatz auf dem bestehenden Gelände für rund 8,5 Millionen Euro erweitern. Durch neue Versuchsflächen, Straßen, Parkplätze und Gebäude werden voraussichtlich rund 122.000 Quadratmeter versiegelt.

Um die Entwicklung von Systemen zu vorausschauender Fahrzeugsicherheit voranzutreiben, will der VW-Konzern hauptsächlich neue Streckenmodule, aber auch die nötigen Nebenanlagen – Sichtschutzwälle und -zäune, je ein Werkstatt- und Bürogebäude sowie zwei Versickerungsbecken – auf zirka 45 Hektar bauen.

Neue Testrecken

Die Streckenmodule werden auch als Multifunktionsflächen (MFF) bezeichnet. Bei den MFF „Autobahn“ handelt es sich um eine 1130 Meter lange Strecke, auf der ein Autobahnszenario simuliert werden soll. Dort will man diverse Fahrassistenzsysteme testen und den Vorstoß in Richtung teil- und vollautonomes Fahren wagen.

Auf der MFF „Fahren“ werden Lichtsysteme in diversen Kurven getestet. Hier sind keine höheren Geschwindigkeiten vorgesehen, sodass eine Zufahrt von 560 Metern geplant ist.

Typische Situation im innerstädtischen Verkehr sollen auf der MMF „Straße 9“ simuliert werden. Dazu werden eine Wendeschleife, ein Kreisel und eine acht Meter breite Fahrbahn gebaut. Durch sogenannte Traverenanlagen werden an ihr Kreuzungen und Fußgängerüberquerungen simuliert, um Assistenzsysteme für niedrige Geschwindigkeiten zu erproben. Östlich davon wird die MFF „Parken“ für das Testen der Parkassistenz auf 5000 Quadratmetern entstehen.

Wald muss weichen

Da insgesamt eine Fläche von 122 000 Quadratmetern versiegelt wird, werden zwei Versickerungsbecken geschaffen, in die Oberflächenwasser geleitet wird. Auch der nahe Waldrand, der um 20 Meter nach hinten versetzt wird, ist betroffen. Allein rund 82 000 Quadratmeter Kiefernwald müssen weichen. Die Erstaufforstung zur Waldkompensation wird an Flächen außerhalb des Prüfgeländes vorgenommen.

Unterlagen einsehen

Das Vorhaben befindet sich in der Umweltverträglichkeitsprüfung, alle Unterlagen können im Schloss Gifhorn oder im Rathaus Wittingen eingesehen werden. Bis zum 4. April können Einwendungen geltend gemacht werden.

Direkte Belästigungen der Ehraer Bevölkerung sind nicht zu erwarten. Die Arbeiten auf dem Gelände werden werktags zwischen 6 und 20 Uhr stattfinden. Die Bauzeit ist zwischen dem 1. März und dem 31. Juli angesetzt. Allerdings ist mit erhöhtem Verkehr während der Anlieferung der Baustoffe zu rechnen. Man hat ein Maximum von 20 Sattelzügen auf der L 288 kalkuliert – pro Stunde.

VON DENNIS TESCH

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