Auch Kritik an Verkehrssituation

Steigende Kosten beim Kita-Anbau sorgen in Parsau für Frust

Die Kita Parsau
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Weil der geplante Anbau für die Kindertagesstätte in Parsau zu nah an den Wald heranreicht, muss die Gemeinde in Aufforstungsprojekte investieren.
  • Hilke Bentes
    VonHilke Bentes
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Parsau – Die jüngste und erste Sitzung des neuen Parsauer Gemeinderates zog nicht nur neue Ratsgesichter und die Wiederwahl der amtierenden Bürgermeisterin Kerstin Keil (CDU) nach sich (das IK berichtete), auch aktuelle Anliegen kamen auf den Tisch. So beklagten sich Bürger in einer intensiven Diskussion über die derzeitige Verkehrssituation in der Gemeinde. Und die Bürgermeisterin brachte gleichzeitig weitere schlechte Nachrichten mit.

Die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Rühen betrifft auch Parsau, schließlich wird der Verkehr über die K 32 Richtung Giebel umgeleitet. Und damit ist die eigentlich nur gering befahrene Straße Ackerende zur „Rennstrecke“ mutiert, wie ein Anwohner anlässlich der Einwohnerfragestunde berichtete. Zustände, die auch den restlichen Ratsmitgliedern bekannt sind. „Aber uns sind da die Hände auch gebunden“, erklärte Keil. Polizei und Landkreis sind bereits informiert.

Die Situation belastet die Bürger, das weiß Keil. „In normalen Zeiten sind die Bewohner dort ja nur wenig Verkehr gewöhnt, den momentanen Lärm und die potenzielle Gefahr kann man nur schlecht wegreden.“ Auch die Aussicht, dass die Sanierung in Rühen wohl mindestens bis September 2022 andauern wird, stimmt Gemeinde und Anwohner nachdenklich.

Hohes Tempo in Ortsdurchfahrten kennt man in Parsau, so Keil. „Wir haben bereits an anderer Stelle ein Geschwindigkeitsmessgerät aufgestellt, doch das stört die in den Ort hereinfahrenden Autofahrer nur wenig.“ Und wer herausfährt, der sehe es ja sowieso nicht. „Das ist frustrierend und ärgerlich, nicht zuletzt gefährlich.“

Die erst vor wenigen Monaten sanierte Kreisstraße 32 lädt laut Keil viele Autofahrer zum riskanten Fahren ein. „Die Straße ist sehr kurvig. Dort muss eigentlich sehr achtsam gefahren werden.“ Mehrere kleine Unfälle habe es bereits auf der Umleitungsstrecke gegeben (das IK berichtete). „Ich hoffe, die Situation entspannt sich für uns.“

Recht unentspannt geht es auf jeden Fall derzeit bei der Genehmigung für den Anbau der Kindertagesstätte zu. „Wir würden mit dem Anbau zu dicht an den benachbarten Wald heranbauen, daher müssen wir ein Hektar Land dazukaufen und dieses aufforsten“, erklärte Keil. Die hohen Umweltauflagen sind für den 80 Quadratmeter-Anbau nicht nur umfassend, sondern auch teuer. „Das wird uns zusätzlich 65 000 Euro kosten“, berichtete Keil. Für die Bürgermeisterin ist das „ein Witz“. Man rede schließlich von einem Kindergartenanbau und nicht von einem Zweifamilienhaus. „Die Kosten für den Anbau belaufen sich schon jetzt schätzungsweise auf über 600 000 Euro. Das ist schon Wahnsinn.“ Trotzdem, das machte sie auch klar: „An der Notwendigkeit dieser Maßnahme, die wir der Kita zugesichert haben, ändern diese Kosten natürlich nichts. Aber diese Störungen halten auf und kosten die Gemeinde eine Menge Geld.“

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