Ein „kleiner Grand Canyon“

Illegaler Aushub im Bromer Busch: Verursacher muss Boden wiederherstellen

Nach illegaler Bodenentnahme: Ein rund 50 Meter langes Baggerloch zieht sich durch den Bromer Busch.
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Nach illegaler Bodenentnahme: Ein rund 50 Meter langes Baggerloch zieht sich durch den Bromer Busch. 

Brome – 50 Meter lang und gut vier Meter tief – so zeigt sich ein illegal ausgehobenes Baggerloch mitten im Bromer Busch. Dies muss nun vom Verursacher auf eigene Kosten wieder gefüllt werden, wie der Landkreis Gifhorn mitteilt.

Die freien Wege im Bromer Busch nahe der ehemaligen innerdeutschen Grenze sind bei Spaziergängern und Hundeführern sehr beliebt. Aus dieser Riege kam auch der Hinweis auf „einen kleinen Grand Canyon“, der sich seit Kurzem auf einem unbewaldeten Stück nahe eines Hochstandes befindet: Ein riesiges Loch tat sich vor den Spaziergängern auf. Daneben liegen kleine Berge von Schutt und Grünabfällen, die Reifenspuren lassen schweres Gerät vermuten.

Mirco Schmidt, Kreisrat

Auf IK-Anfrage teilt Mirco Schmidt, Kreisrat des Landkreises Gifhorn und auch für den Bereich Umwelt zuständig, mit, dass alle Bodenentnahmen, die 30 Quadratmeter überschreiten, genehmigungspflichtig seien. „Diese Fläche ist weit überschritten und eine Genehmigung liegt nicht vor“, erklärt Schmidt weiter. Aus dem Baggerloch wurde eher eine geschätzte Menge von rund 1400 Quadratmetern entnommen – illegal.

Der Abbau einer solchen Menge von Boden bedarf im Regelfall nach dem Bundesnaturschutzgesetz sowie dem Niedersächsischem Ausführungsgesetz zu selbigem einiger bürokratischer Hürden. So wäre ein Plangenehmigungsverfahren mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung üblich. Zu den notwendigen Unterlagen wären auch umfassende Datenerhebungen über die einzelnen Schutzgüter wie Boden, Wasser, Luft, Flora und Fauna sowie Landschaftsbild einzureichen.

Nicht nur Letzteres wurde im Bromer Busch massiv beeinträchtigt, das soll sich aber bald wieder ändern, wie Schmidt berichtet: „Der Verursacher ist ermittelt und hat zugesagt, auf eigene Kosten die Wiederherstellung des Ausgangszustandes durchzuführen.“ Das wird vermutlich kein günstiges Unterfangen, wie Schmidt weiter ausführt: „Die Grube ist wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen, also mit gleichwertigem Material – reinem Sand und Kies – zu verfüllen und mit dem abgeschobenen Oberboden wieder anzudecken.“ Und noch etwas kommt auf den Verursacher zu: „Es wird ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Niedesächsische Naturschutzgesetz eingeleitet.“

VON DENNIS TESCH

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