Der Bromer Wolfgang Karney hat das Schnitzen als Hobby für sich entdeckt

„Ich probiere Dinge einfach aus“

+
Nachdem er in den Vorruhestand ging, entdeckte der Bromer Wilhelm Karney das Schnitzen für sich.

Brome. Geduld, Liebe zum Detail und viel Zeit – das sind quasi die Grundvoraussetzungen für das Hobby, das Wolfgang Karney ausübt: Er schnitzt, aber nicht einfach nur kleine Stöcke oder andere einfache Dinge.

Der Bromer fertigte schon eine komplette Siedlung aus Fachwerkhäusern, Bauernhöfe mit Tieren und eine Krippe – das alles so originalgetreu wie möglich.

Wie Karney berichtet ist es gar nicht so einfach, Wichtel zu bekommen.

Nun hat der rüstige Rentner ein Wichtelhaus geschnitzt, etwa 70 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter im Durchmesser. Den massiven Block aus Kirschholz hat Karney von einem Bekannten bekommen. „Allein für das Gelände habe ich etwa 200 Zahnstocher verwendet“, erklärt der Hobbyschnitzer. Die Zahnstocher dienen als Dübel, damit die filigranen Holzstücke noch besser stabilisiert werden. Mehr als 150 Stunden hat Karney benötigt. „Einen Plan oder eine Zeichnung mache ich mir vorher nicht. Die Ideen kommen, während ich arbeite.“

Die Wichtelmänner genießen ihr Essen und Trinken gerne auch mal auf der Terrasse.

Und wie kommt man zu so einem Hobby? „Ich bin vor neun Jahren in Altersteilzeit gegangen“, berichtet der 66-Jährige. Im Winter könne man ja nichts im Garten machen, draußen sei nichts los. „Da sucht man sich eben eine Abwechslung. Andere sitzen vor dem Computer, aber das ist nichts für mich – das habe ich jahrelang beruflich gemacht“, schmunzelt Karney. Auslöser für sein Hobby war ein Foto, das die Schwägerin seiner Frau Christel geschickt hat. Karney: „Sie wohnt auf Teneriffa und ihr Mann hat aus einer abgebrochenen Palme ein Haus gemacht.“ Auch wenn der Bromer eine besondere Beziehung zu Holz und Zement hat, hatte er früher so gar kein Faible für Schnitzarbeiten. Bis er dann mehr Zeit hatte.

Auf der Rückseite des Wichtelhauses darf ein Aufzug nicht fehlen – auch wenn es eine Treppe gibt.

Und so ging der 66-Jährige sein erstes Projekt an: die Krippe. Die Figuren gab es bereits. Aber es fehlten der Stall, die Krippe für das Jesuskind, Zaun, Tore, ein Brunnen, ein Heuunterstand ... Das Dach der Krippe hat Karney aus Elefantengras gefertigt und die Einzäunung hat er sogar gemauert. Sämtliche Materialien kommen aus dem eigenen Garten. „Ich probiere Dinge einfach aus“, berichtet Karney. Spezielles Werkzeug hat er dafür nicht, sondern ganz normales Handwerkszeug, was man sowieso zu Hause hat. Sicherlich hätte man die Krippe auch in acht Stunden schnitzen können, „aber das ist nicht mein Ding. Ich möchte mir Zeit und meiner Kreativität Raum lassen.“

Sein erstes Projekt war eine Krippe. Die Figuren gab es bereits, aber das Drumherum hat der Bromer mit viel Geduld und Liebe zum Detail selbst gebaut.

Anfragen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, ob er nicht auch für sie etwas schnitzen könnte, kamen durchaus. Aber erstmal stand seine Enkeltochter an erster Stelle. Sie bekommt einen Bauernhof – sein mittlerweile dritter – zu Weihnachten geschenkt. Und was wird das nächste Projekt? „Das wird sich ergeben. Planen tue ich das vorher nicht.“

Von Carola Hussak

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.