Sybille Schnehage hilft drei Wochen im unsicheren Afghanistan / Spendenübergabe im Frauengefängnis

„Ich habe genau das Gegenteil erlebt“

Bei ihrem karitativen Einsatz hat Sybille Schneehage auch ein Frauengefängnis besucht und dort Spenden überreicht. Die Kinder der Frauen leben ebenso in der Haftanstalt. Foto: Privat

Bergfeld. Das, was Sybille Schnehage im Radio gehört hat, kann sie nicht glauben. Die Sicherheitslage in Afghanistan würde besser werde, hat die Bergfelderin vernommen. Sie weiß, dass das nicht stimmt. „Ich habe genau das Gegenteil erlebt“, erzählt sie.

Die Vorsitzende der Hilfsorganisation Katachel ist am Dienstag nach drei Wochen in dem vom Krieg gebeutelten Land am Hindukusch zurück gekehrt. Was sie erlebt hat, ist großes Leid bei der Bevölkerung, die durch den Krieg in ständiger Angst lebt.

Auch wenn es brandgefährlich war: Schnehage hat wieder mit ihrem ehrenamtlichen und karitativen Einsatz geholfen. An Witwen hat sie Decken verteilt, schließlich werden die Abende auch in Afghanistan kälter. Decken hat sie auch in der Schule verteilt, und in einem Ort, wo eigentlich keiner hin möchte. „Ich war in einem Frauengefängnis“, berichtet sie.

Dort sind Frauen inhaftiert, die nach Schnehages Einschätzung „keine Delikte“ begangen haben. Und sie haben ihre Kinder dabei. „Keiner denkt daran, was mit den Kindern ist“, macht sie sich Sorgen. Den Kinder brachte sie Kuscheltiere mit. Einer Fußballmannschaft übereichte sie ausrangierte Trikots des WSV Wendschott. Die Freude war groß.

Die Umstände am Hindukusch kann man mit einem Wort beschreiben: unsicher. „Nicht einmal der Gouverneur traut sich raus“, beschreibt sie die Lage in der Provinz Kunduz. In der Stadt sei sie lieber. Schnehage vernahm „jeden Tag Schießereien“. „Das beeinträchtigt die Arbeit.“ Aber sie will helfen. „Unsere Hilfe ist für die Armen“, so die Katachel-Chefin. Dazu benötigt sie weitere Spenden. Schnehage hofft auch, dass sich Paten für afghanische Kinder finden. Bei ihrem dreiwöchigen Einsatz im Kriegsgebiet hat sie jedoch auch Freude erlebt, sie erhält Anerkennung von der Bevölkerung. „Alle kennen mich“, merkt sie an.

Beim Gang durch die Straßen hört sie: „Schnehage, du bist es ja.“ Das wird sie wieder hören. Der nächste Trip nach Afghanistan ist für das kommende Frühjahr geplant. Bis dahin setzt sie sich hier für die Menschen dort ein. Sie will Spenden sammeln, um zu helfen.

Wer der Hilfsorganisation Katachel Spenden für die Hilfe in dem vom Krieg gebeutelten Afghanistan überreichen will oder Interesse an einer Patenschaft der Kinder hat, meldet sich bei Sybille Schnehage unter der Telefonnummer (0 53 68) 5 05.

Von Benjamin Post

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