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Großer Ansturm auf Parsaus Heiratsmarkt

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Von: Burkhard Ohse

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Der Heiratsmarkt in Parsau
Eheschließung vor Sven Patz in Parsau: Trauzeuge Finn Christensen (v.l.), Bräutigam Henry Ehreke, Braut Franziska Behrens und Jan-Luka Behrens. © Burkhard Ohse

Parsau – Nach drei Jahren Pause waren viele Gäste am Samstagabend in Heiratslaune. Etliche Ehen wurden am Parsauer Ackerende in der Scheune geschlossen, allerdings nur für 24 Stunden. Die „Beamten des Standes“ hatten alle Hände voll zu tun, denn ihre Reihen waren ziemlich gelichtet.

Zu siebt saßen sie bei der Anmeldung und in den vier Heiratskabinen und schlossen einen Ehebund nach dem anderen. Dafür waren einige neue Standesbeamten-Azubis dabei, die sich das Ganze schon einmal anschauten, um zu lernen. Anmeldung, Hochzeitszeremonie, Foto und Sekt hieß die Abfolge, und danach hatte man eine Urkunde über eine Eheschließung in der Hand. Unter den Heiratswilligen waren auch Franziska Behrens und Henry Ehreke aus Brome, die sich vor Standesbeamten Sven Patz ihr Ja-Wort gaben. Im wirklichen Leben sind sie auch schon ein Paar, seit acht Jahren, bestätigten sie. Und nun stand ihre erste Eheschließung an. Eine „echte“ Hochzeit gibt es unter Umständen im kommenden Jahr. Die Probe jedenfalls war schon gelungen. Die Trauzeugen Jan-Luka Behrens und Finn Christensen bestätigten das.

Aufgeregt war auch Khyra Vierkant, die den 24-Stunden-Ehebund mit und Marco Sossna schließen wollte. Die beiden Parsauer hatten es zum Standesamt nicht allzu weit, Trauzeuge Jonas Appel war im Schlepptau. „Wir haben auch Gäste aus Aurich hier, die extra zum Heiraten gekommen sind“, stellte Standesbeamter Ulfried Telieps fest. „Es gibt viele neue Gäste hier, alles nette, junge Leute. Das Publikum hat sich nach drei Jahren Corona-Pause aber ganz schön verändert.“ Außer Hetero-Ehen wurden auch solche mit gleichgeschlechtlicher Beziehung geschlossen.

Einfach einmal unverbindlich die beste Freundin ehelichen, die Gelegenheit nahmen einige Pärchen wahr. Wie die Ehe ausgeschmückt wird, war ohnehin jedem Paar selber überlassen. Im Ehevertrag stand lediglich der Passus „Hiermit bestätigten wir, dass wir gewillt sind, für 24 Stunden mit allen Rechten und Pflichten die Ehe miteinander einzugehen.“ Das gab genügend Freiraum.

Der Run auf das Standesamt begann fast schon traditionell erst gegen Mitternacht. Dann aber war die Schlange lang. „Manche müssen sich doch erst einmal etwas Mut antrinken“, meinte Telieps schmunzelnd dazu. Viele Gäste verließen die Party am Ende unverheiratet. Denn es war immerhin ja auch einfach eine Party mit Musik und Tanz der Jungen Gesellschaft Parsau-Ahnebeck.

Bei angenehm kühlem Wetter mit Temperaturen knapp über 20 Grad war schon der Vorplatz vor der Scheune proppenvoll gefüllt. Auch die Polizei ließ sich im Verlauf des Abends blicken. Die Beamten überprüften aber nicht die Heiratsurkunden, sondern hatten am Tag der Verkehrssicherheit Autofahrer im Blick.

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