Ein Stück Mauer in den USA

Heinz Krüper malte vor 30 Jahren den Blick nach Zicherie und Böckwitz

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Malermeister Heinz Krüper aus Parsau hat ein Stück der Grenzmauer zwischen Zicherie und Böckwitz bemalt.

Parsau/Zicherie/Böckwitz – Vor rund 30 Jahren hat der Parsauer Malermeister Heinz Krüper die Grenzmauer zwischen Zicherie und Böckwitz bemalt.

Auf dem Mauerstück im Evergreen Aviation and Space Museum in McMinneville sind mehrere Namen noch gut lesbar, darunter auch Heinz Krüper.

Noch heute wird ein Stück der Mauer im Evergreen Aviation and Space Museum in McMinneville im amerikanischen Bundesstaat Oregon ausgestellt. Und Krüpers Unterschrift auf dem Mauerstück ist noch klar zu erkennen.

Durch Zufall hatte Krüper davon erfahren: Ein Bekannter war zu einem Marathon nach McMinneville in Oregon gereist. Bei einem Besuch des Evergreen Aviation and Space Museums war ihm das Stück Mauer aus der Heimat ins Auge gefallen. Die Namen darauf hatte er mit großem Interesse wahrgenommen und teils wiedererkannt. „Davon hatte er mir dann natürlich auch erzählt“, berichtete Krüper.

Lang hat das Kunstwerk von Malermeister Heinz Krüper aus Parsau nicht gehalten, Souvenirjäger haben die Mauer zerschlagen.

Kurz nach der Wiedervereinigung hatte Krüper ein Stück der Mauer zwischen Zicherie und Böckwitz bemalt. „Ich habe auf die Zicherier Seite den Blick nach Böckwitz gemalt und umgekehrt – denn durch die Mauer konnten sie sich ja nicht mehr sehen“, so der Malermeister. „Damals hatte die Mauer aber schon ein großes Loch. Also komplett versperrt war die Sicht nicht mehr, man konnte auch durchgehen.“ Lange gehalten hatte sein Werk aber leider nicht: „Nach zwei Wochen hat man schon nicht mehr viel davon gesehen. Da hatten schon die Mauerspechte zugeschlagen.“ Damit meinte Krüper diejenigen, die sich ein Stück der Mauer als Andenken herausgeschlagen hatten. Er erinnerte sich auch daran, dass auf westdeutscher Seite ein Aussichtsturm gebaut werden sollte. Dafür konnte aber damals keine Mehrheit im Samtgemeinderat, dem auch Krüper angehörte, gefunden werden. „Das kam gar nicht in die Tüte, unsere Freunde damit zu Schau zu stellen“, begründete der Parsauer die damalige Entscheidung.

Krüper und seine Frau haben auch an der großen Feier zu 30 Jahren Wiedervereinigung (das IK berichtete) teilgenommen. „Das war eine wirklich schöne Veranstaltung“, bilanzierte Krüper.

VON DENNIS KLÜTING

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