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Pferdesuche in Ehra hat ein Happy-End – dank zahlreichen Helfern

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Von: Hilke Bentes

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Pferdesuche im Moor.
Es waren unzählige Freiwillige, die sich an der Suche nach dem Wallach beteiligten. Dank ihrer Hilfe konnte das Pferd Dienstagnachmittag gefunden werden. © Hilke Bentes

Ehra – Eine 26-stündige Suchaktion fand am Dienstagnachmittag zu einem Happy-End. Ein Pferd war am Montagmorgen bei einem Ausritt in der Nähe von Grußendorf weggelaufen, nachdem seine Reiterin gestürzt war. Und anders als bei Herdentieren oftmals üblich, ergriff es trotz Begleitpferd die Flucht und kehrte auch Stunden später nicht zu seinem heimischen Stall nach Ehra zurück. Bei einer großen Suchaktion wurde es nun im Bereich des Vogelmoores zwischen Ehra und Barwedel gefunden. Die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft war dabei bemerkenswert.

Zahlreiche Stunden bangte die Besitzerfamilie um ihr Pferd. „Wir haben bereits den ganzen Montag bis in die Nacht nach ihm gesucht“, schilderte die Familie gegenüber dem IK. Bereits da hatten sich viele Helfer aus der gesamten Umgebung bei der Suche beteiligt. Vereinzelt wurde der schwarze Wallach, der noch sein komplettes Reitequipment trug, gesichtet. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wurde das Pferd am Montag im Bereich von Barwedel Richtung Moor gesehen. Doch dann verlor sich seine Spur, auch eingesetzte Spürhunde konnten das Pferd nicht finden. Die Suche blieb bis in die Nacht hinein erfolglos.

Dienstagmorgen suchte die Familie verzweifelt weiter nach ihrem Pferd. Und wieder beteiligten sich unzählige Menschen und boten ihre Hilfe an. Über die sozialen Medien wurden Informationen ausgetauscht und letzte Sichtungen zusammengetragen. Doch bis zum Nachmittag hatte niemand das Pferd gefunden, nur vereinzelte Indizien sprachen dafür, dass sich der Wallach noch immer im Bereich des Moores aufhalten könnte. Auch eine Reiterstaffel der Polizei war an der B 248 vor Ort – rückte in den Mittagsstunden allerdings erfolglos wieder ab.

Am Nachmittag führte dann der Aufruf der Reitervereinigung Barwedel zum Erfolg: Mit einer „Menschenkette“ wollten die Helfer durch das Moorgebiet ziehen. Noch immer war der Verdacht da, dass sich das Pferd dort aufhalten könnte. Und war es doch die einzige Spur, die Besitzern und Helfern blieb. Dieser Idee folgten an die 100 Menschen. Auto um Auto bog in die Straße am Vogelmoor ein, bewaffnet mit Halftern und Stricken machten sich die Helfer auf. Auch Reiter aus Knesebeck hatten ihre Pferde aufgeladen und waren nach Ehra aufgebrochen. In der Hoffnung, dass der Pferdekontakt bei der Suche helfen könnte. Sie alle hatten den Wunsch zu unterstützen, schilderte eine Frau dem IK. „Wenn es mein Pferd wäre, dann würde ich mir das auch wünschen.“ Aber auch viele Nicht-Reiter hatten von der Suche erfahren und sich aufgemacht. „Da will man doch einfach irgendetwas tun“, sagte Michael Krupke aus Tiddische.

Dank der Menschenkette, die sich langsam und jeweils in Zweier-Teams durch das unwegsame Moor bewegte, wurde der Wallach tatsächlich gefunden. Vermutlich hatte das Pferd sich aufgrund des moorigen Untergrundes nicht von seinem Standort herausgetraut und war unweit eines Hochsitzes verblieben. Eine Augenzeugin berichtete dem IK von dem mühsamen Weg zurück auf festen Grund. „Langsam und sehr mühsam konnten die Ersthelfer den Wallach aus dem Dickicht führen.“ Anschließend konnte er seiner Familie scheinbar unversehrt, jedoch entkräftet, übergeben werden.

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