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„Grünes Klassenzimmer“: Freiluft-Unterricht in Parsau dank Spendern

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Von: Pascal Patrick Pfaff

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Einweihung des ‚Grünen Klassenzimmers‘ an der Grundschule Parsau.
Der Jubel unter den 172 Schülern war groß beim Einzug ins Grüne Klassenzimmer. Hinterher gab es für alle Schülerinnen und Schüler noch ein Eis. © Pfaff, Pascal Patrick

Parsau – „Was wollen wir heute eröffnen?“ Kurz ist es still, dann bekommt Laura Kirchner die Antwort: „Den Eiswagen!“ Gelächter. Mit dieser Schlagfertigkeit eines Schülers hatte die Rektorin der Grundschule Parsau wohl nicht gerechnet, als sie gestern eigentlich etwas ganz anderes wissen wollte. Also fragte sie die 172 anwesenden Schüler einfach nochmal. Und die Ansage war nun eine deutlich andere. Lautstark hieß es nun aus den Mündern der Kinder: „Das Grüne Klassenzimmer!“

Dies ist nach einer Idee der Lehrer, Eltern und des Grundschul-Fördervereins aus dem Jahr 2019 und einer Planungszeit von circa zwölf Monaten nun eingeweiht worden. Grundgedanke war von Anfang an, den Kindern Unterricht im Freien und in Nähe der Natur zu ermöglichen, wie Kirchner und Stefan Minning vom Förderverein einhellig betonen. Es gehe darum, „durch Vogelgezwitscher, frische Luft und lebendigen Boden unter den Füßen“, einen anderen Rahmen für den Unterricht zu geben.

Laut Kirchner gibt es diesbezüglich aber keine festen Zuweisungen: „Wer zu welcher Zeit ins Grüne Klassenzimmer geht, dafür haben wir keine Regeln. Es soll zwar immer nur eine Klasse zugleich unterrichtet werden. Wichtiger ist aber, dass es ein Ort der Begegnung ist. Für alle.“ Sie bekomme mit, dass sich Kinder in der Art des Lernens unterscheiden; etwa, indem der eine im Stehen arbeitet, der andere wiederum im Liegen. Es seien Praktiken, die alle im Grünen Klassenzimmer möglich sind. Das ganze Jahr über, wie Kirchner sagt: „Es wird Phasen geben, da dürften die Kinder es nicht so stark nutzen. Etwa im Winter. Aber auch dann treffen sich die Schüler hier bestimmt einmal, um ihr Pausenbrot zu essen.“ Zumal das Freiluft-Klassenzimmer direkt am Schulgebäude und in unmittelbarer Nähe zum Bolzplatz liegt.

Auf 90 Quadratmetern Fläche wurde hier seit März Gestrüpp entfernt. Erst von den ehemaligen Viertklässlern, dann auch durch die Eltern. Im Laufe der Zeit sind dann 27 Kubikmeter Rindenmulch verteilt und 120 Quadratmeter Vlies ausgelegt worden, wie Lina Fischer vom Förderverein erklärt.

Dinge, die ihren Preis haben. „Wir planten mit 10 000 Euro. Aufgrund vieler Spenden und ehrenamtlicher Arbeit waren aber doch nur 800 Euro zu zahlen. Das hat der Förderverein übernommen“, zeigt sich Kirchner glücklich. Auch werde es für ein noch anzuschaffendes Sonnensegel finanzielle Hilfe durch die Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg geben: 1800 Euro.

Kirchner bedankte sich in diesem Zuge bei allen Helfern, die etwas zum Gelingen des Projekts beitrugen: von den Zaun- und Bank-Erbauern über die Holzspender bis hin zur Gärtnerei.

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