Seine Besitzerin appelliert an den Verstand des Täters

Giftköder in Brome: Kater Alex überlebt Tortur durch Rattengift

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Steffi Schödler hält ihren Kater Alex auf dem Arm. Dieser hatte einen Giftköder gefressen und nur knapp überlebt.

Brome. „Er hat nur knapp überlebt“, sagt Steffi Schödler. Sie hat ihren Kater Alex auf dem Schoß, dem man die vergangene Tortur kaum ansieht. Nur die rasierten Stellen an den Vorderpfoten zeigen noch die Spuren der Infusionen.

Ihr Mann hatte den Kater bewegungslos vorgefunden. Bei Berührungen am Bauch jaulte das Tier laut auf. „Ich habe noch nie etwas so Schreckliches gehört“, sagt Schödler. Bald war klar, dass man in die Braunschweiger Tierklinik von Helge Tholen fahren müsse. Gerade noch rechtzeitig.

„Der Arzt sagte uns, dass Alex sehr viel Rattengift geschluckt hat“, berichtet Schödler. „Er hatte so große Schmerzen.“ Das herzzerreissende Geheul des pelzigen Familienmitgliedes sei allen an die Nieren gegangen, aber ihre Kinder seien von dem Vorfall besonders betroffen gewesen. Rattengift führt zu inneren Blutungen, der ganze Bauchraum des Katers war betroffen.

„Wer tut sowas?“, fragt Schödler. Die hohe Dosis lässt nur einen Schluss zu: Alex hat einen Giftköder gefressen. „Der Arzt meinte, er hat noch nie eine solche Menge Gift in einer Katze gesehen.“ Er schloss aus, dass Alex eine vergiftete Ratte oder Ähnliches gejagt haben könnte. Schödler habe Verständnis dafür, dass nicht jeder Tiere auf seinem Grundstück haben wolle. „Aber dieses Gift ist furchtbar.“ Rattengift wirkt langsam, teilweise erst nach zehn Tagen. „Wer auch immer das auslegt, sieht die Konsequenzen nicht“, sagt Schödler. Nicht nur quälen sich die Tiere, auch deren Besitzer leiden mit. Noch mehr Sorge bereitet der Tagesmutter, dass das Gift überall liegen könnte. „Kleine Kinder stecken sich alles in den Mund.“ Und zuletzt stellt die Behandlung eines geliebten Haustieres auch eine finanzielle Belastung dar.

Alex bekam rechtzeitig ein Gegenmittel, aber die Familie musste eine Woche um ihr Tier bangen. Bei Gesprächen mit Nachbarn habe sie erfahren, dass vor Kurzem erst ein Hund aus der Nachbarschaft vergiftet wurde. Lungenblutungen ließen dem Tier keine Chance. Schödler geht davon aus, dass noch mehr Haustiere betroffen sind. „Viele verkriechen sich, wenn sie leiden. Die Besitzer wissen vielleicht nicht einmal, was mit ihren Lieblingen passiert ist.“ Eine Lösung sieht sie nicht. „Andere Hundebesitzer haben Maulkörbe angeschafft“, sagt sie. Alex darf das Haus vorerst nicht verlassen. „Wenn er wieder gesund ist, darf er aber wieder raus.“ Alex für immer einzusperren, komme nicht in Frage. Man könne nur hoffen, dass keine weiteren Giftköder ausgelegt werden; es gebe auch andere Wege, etwa Duftstoffe, um Tiere von einem Grundstück fernzuhalten. Vorerst müsse man die Menschen warnen.

Von Dennis Tesch

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