Außenstelle trotzdem ohne Zukunft

Grundschüler könnten nach Bergfeld zurückkehren - vorerst

Die Bergfelder Grundschul-Außenstelle.
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Kehren Grundschüler (übergangsweise) an Bergfelds Schule zurück?
  • Hilke Bentes
    VonHilke Bentes
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Bergfeld – Eine Entscheidung gab es nicht, aber die Diskussion um die Grundschul-Außenstelle in Bergfeld kam für manchen Zuhörer bei der Sitzung des Bergfelder Gemeinderats überraschend. Denn auf einmal scheint nicht ausgeschlossen zu sein, dass doch noch Grundschüler an die alte Schule zurückkehren könnten. An der endgültigen Schließung würde diese Übergangslösung aber vermutlich nichts mehr ändern.

Eigentlich hatte man in Bergfeld andere Pläne. Nachdem durch den Kita-Neubau in Rühen die Gruppen aus Bergfeld in ihr neues Domizil umziehen konnten, sollte das zeitweise als Kita umfunktionierte Gebäude an die Gemeinde zurückgehen. Der Rat steckte also eigentlich mitten in den Nachnutzungsideen. Doch bei der jüngsten Ratssitzung war Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann hinzugekommen und eröffnete Rat und Zuhörern, dass das Gebäude möglicherweise von der Samtgemeinde doch noch gebraucht werden könnte. Der Grund: Es ist nicht auszuschließen, dass der große Umbau an Parsaus Grundschule nicht rechtzeitig fertig wird.

Die Diskussionen um den Schulstandort Parsau sind in der Samtgemeinde hinlänglich bekannt. Trotzdem erklärte Peckmann am Montagabend (2. August) die Historie der getroffenen Entscheidungen und die Gründe, die den Samtgemeinderat zu der Millioneninvestition in Parsau bewegten – und damit die schon seit mehreren Jahren nicht mehr genutzte Außenstelle in Bergfeld endgültig überflüssig machen würden. Der Bedarf an Ganztagsplätzen ist in der Samtgemeinde in den vergangenen zehn Jahren explodiert. Die Betreuungswünsche beginnen schon für Kita-Kinder, und auch in der Grundschule würden gut 80 Prozent der Familien Ganztagsbedarf anmelden, so Peckmann. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein entscheidender Faktor im gesellschaftlichen Wandel.

Aber dieser Bedarf führt auch zu hohen Ansprüchen an Schule und Schulträger. Aus diesem Grund soll in Parsau der großzügige Anbau erfolgen. Über 1 Million Euro müssen damit in den Bau der Mensa und weiterer Klassenräume gesteckt werden, damit die Kinder aus Parsau, der Gemeinde Tiddische und Bergfeld gute Bedingungen vorfinden. Die Außenstelle in Bergfeld wird damit keine Zukunft haben, so Peckmann. Sie bedauerte am Montag, dass zu wenig Samtgemeinderatsmitglieder in der Vergangenheit diese Erkenntnis ausgesprochen hätten.

Ausbau Parsau – Schließung Bergfeld. Die Rechnung war eigentlich leicht. Doch mit Blick auf die Baubranche warf die Samtgemeindebürgermeisterin in den Raum, dass sie an der Fertigstellung von Parsaus Anbau bis August 2022 starke Zweifel hegt. „Abschließend lässt sich das jetzt noch nicht zu 100 Prozent sagen.“ Aber auch aus der Abteilung Bau der Samtgemeinde kamen eindeutige Signale: Eine Übergangslösung müsse dringend gesucht werden. Der Gemeinderat Bergfeld sollte nun entscheiden, ob es in der alten Schule die Möglichkeit dafür gibt.

Parsaus Rektorin Laura Kirchner war ebenfalls vor Ort, um ihre Sicht dazulegen. Sie skizzierte die Probleme, die eine solche Beschulung in Bergfeld – auch als Übergang – mit sich bringen würde. Personalmangel, der spätere Transport nach Parsau (um das Ganztagsangebot wahrzunehmen) und nötige bauliche Veränderungen. „Die jetzige Ausstattung reicht nicht aus.“ Sie stellte die Frage in den Raum, was für Kosten ein solcher Umbau mit sich bringe, wenn es sich nur um wenige Monate handle. Sie verdeutlichte, dass auch andere Lösungen in Betracht gezogen werden sollten.

Bergfelds Gemeinderatsmitglieder entschlossen sich, die Entscheidung vorerst zu vertagen. „Wir sollten auf noch mehr Informationen warten“, so Bürgermeisterin Ute Düsterhöft (CDU). Der neu gewählte Rat soll dann entscheiden, wie es mit einer Bereitstellung des Gebäudes weitergeht.

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