Weiter kein 24-Stunden-Dienst in Brome / Kriminallage im Nordkreis entspannt

„Es gibt andere Brennpunkte“

In Brome wird es bis auf Weiteres keinen 24-Stunden-Dienst geben.
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In Brome wird es bis auf Weiteres keinen 24-Stunden-Dienst geben.
  • Carola Hussak
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Brome. Der Wegfall des 24-Stunden-Dienstes bei der Bromer Polizei erhitzt die Gemüter der Bürger. Erst recht, nachdem am Wochenende Vandalen eine Spur der Verwüstung hinterließen (das IK berichtete). Dabei kam es zu einem Gesamtschaden von rund 5000 Euro.

„Besetzen Sie die Polizeistation Brome wieder – nachts und an den Wochenenden“, fordert ein Bromer Bürger in einer Mail, die er an Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann und den Leiter der Polizeiinspektion Gifhorn, Michael Feistel, schickte.

„Randalierer ziehen ungestört umher“, heißt es in der Mail weiter. Obwohl eine Bromerin die Randalierer beobachtet habe, habe sie nicht die Polizei gerufen – denn bis zum Eintreffen seien die Randalierer über alle Berge. Zuständig für Brome sind in der Nacht und an den Wochenenden Wittingen, Weyhausen und Gifhorn. Die Randale, so heißt es in der Mail weiter, seien nicht innerhalb von fünf Minuten passiert. Dazu brauche es Zeit – die die Täter auch gehabt hätten.

Die Reaktionen kann Feistel gut nachvollziehen. „In Brome handelt es sich um blinde Zerstörungswut, die nicht tolerabel ist. In anderen Bereichen des Landkreises gibt es andere Kriminallagen, da ist die im Nordkreis entspannter. Die Ressourcen, die wir im letzten Jahr verlagert haben, stehen uns für eine Tag- und Nachtbesetzung nicht zur Verfügung. Ich muss sehen, wo Bedarf ist“, so Feistel. Täglich werte eine Analysestelle die Daten aus. Man müsse, so der PI-Leiter, die Daten und Zahlen objektiv betrachten – und die würden derzeit eine andere Sprache sprechen.

Auch wenn ein Funkwagen nachts in Brome gewesen wäre, hätte es laut Feistel dennoch passieren können, dass dieser nicht rechtzeitig am Einsatzort gewesen wäre, weil er andernorts – bei einer Unfallaufnahme oder bei einem Einsatz wegen ruhestörenden Lärms – im Einsatz war. „Fakt ist, wir haben einen großen Flächenkreis abzudecken, und es konnte noch nie überall im Kreis ein 24-Stunden-Dienst geleistet werden“, so Feistel. Das Model in Brome wird zunächst beibehalten. Man wolle sehen, wie sich die Urlaubszeit entwickelt. Nach einem Jahr ziehe man dann Bilanz. „Es kann sein, dass wir zu einem anderen Ergebnis als jetzt kommen. Aber derzeit gibt es einfach ganz andere Brennpunkte – und die befinden sich nicht im Norden oder Osten des Landkreises“, sagt der PI-Leiter. Jeder, der möchte, kann sich von Feistel die Zahlen vorlegen lassen und das Gespräch suchen, wenn er möchte.

Von Carola Hussak

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