Schluss mit der Versiegelung

Gemeinderat Rühen will keine „leblosen Steinschotterbeete“ mehr

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Anstelle von versiegelnden Steinschotterbeeten sollen Hochstammobstbäume, Hecken und Hochstaudenfluren die Umwelt prägen. (Symbolbild)

Brechtorf – „Etwas für den nachhaltigen Erhalt der Natur und deren natürlichen Artenreichtum tun“, das forderte Wilfried Sievers (Grüne) per Antrag im Rühener Gemeinderat.

Naturschutz fange auch im Kleinen an, argumentierte Sievers.

Daher müssten auch auf Gemeindeebene Mechanismen geschaffen werden, die die Umwelt schützen. Er verwies auf alle älteren Anwesenden, die aus ihrer Jugend noch deutlich größere begrünte Randstreifen an Äckern und Wiesen kennen müssten: Hochstammobstbäume, Hecken und Hochstaudenfluren hätten die Landschaft geprägt.

„Doch diese Lebensräume gehen immer mehr verloren“, so Sievers. Umso schlimmer sei es, dass auch Hausbesitzer immer weniger Grün in ihren (Vor-) Gärten haben wollen würden. Sievers sieht immer mehr „Steinschotterbeete, die mehr nach einer leblosen Umwelt als nach einer artenreichen Natur aussehen“. Man müsse auch beim Bürger das Bewusstsein für die Umwelt anschieben. So manche Umwelt-Aktion helfe für ein Jahr, sei aber wenig nachhaltig. Daher forderte er die „Erstellung eines Strategiepapiers zur Umsetzung einer lebens- und liebenswerten Umwelt nach ökologischen und nachhaltigen Kriterien“. Dieses soll im Dialog mit den Bürgern entstehen. Der Rat stimmte bei einer Enthaltung zu.

Karl-Peter Ludwig (SPD) erläuterte auf Nachfrage aus der Bürgerrunde, was etwa in dem Strategiepapier festgehalten werden solle: „Mutterboden raus, Folie rein und Schotter drauf – diese Versiegelung wollen wir nicht mehr haben. Das kann man etwa über die Gestaltungssatzung regeln.“ Er hob auch hervor, dass grüne Gärten dem Insektenschutz dienten.

Dem stellvertretenden Bürgermeister Hermann Jordan (PUL) ging der gefasste Beschluss nicht weit genug. Er empfahl die Bildung einer Arbeitsgruppe, die nicht nur die festzuschreibenden Ansätze nachvollziehbar und transparent machen solle, sondern auch auf deren Umsetzung zu achten habe. „Sonst haben wir da nur bedrucktes Papier.“

VON DENNIS TESCH

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