Diskussion im Gemeinderat um Zukunft der Märkte und der Hauptstraße

Wie geht es mit dem Ortskern in Brome weiter?

Mit dem Wegzug der beiden Lebensmittelmärkte wird Bromes Ortskern leerer.
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Mit dem Wegzug der beiden Lebensmittelmärkte wird Bromes Ortskern leerer.

Brome – Zwar war der Tagesordnungspunkt im Bromer Gemeinderat der Neubau des Edeka- und Aldimarktes im „Lerchenfeld“ (IK berichtete).

Doch sowohl die Diskussion der Ratsmitglieder, als auch der Öffentlichkeit ging vermehrt um ein Thema: Wie geht es mit dem Bromer Ortskern weiter?.

Bereits bei der ersten von zwei Fragerunden kam das Thema auf. So fragte ein Bürger, warum die Märkte im westlichen Rand von Brome gebaut werden, während die neuen Wohngebiete eher im Osten liegen. Doch besonders das Fehlen von Märkten im Ortskern sei zu beklagen: „Das Ortszentrum verödet.“ Ob es denn ein städtebauliches Konzept gebe?

Bürgermeister Gerhard Borchert (CDU) konnte die Kritik verstehen: „Da laufen Sie bei mir offene Türen ein.“ Besonders Edeka fand den Standort an der Mühlenstraße ungünstig, so Borchert. Er hätte sich ebenfalls gewünscht, dass die Läden im Kern bleiben. Doch die Alternative wäre gewesen, dass es gar keinen Edeka-Markt gibt. „Selbst wenn wir Edeka die ganze Hauptstraße angeboten hätten, wäre die Fläche nicht groß genug.“ Er ergänzte auch, dass ein fünfter Markt nicht möglich sei – bereits für vier Lebensmittelmärkte hatte der Flecken eine Ausnahmegenehmigung erhalten.

Im Anschluss ging es um den Bebauungsplan. Dieser sei notwendig, um planungsrechtliche Voraussetzungen für den Neubau des Nahversorgungszentrums zu schaffen. Durch den geänderten Flächennutzungsplan wurde die Sonderbau-Gebietsfläche südlich der B 248 Richtung Voitze auf von 10,2 auf 3 Hektar verkleinert. Aus Sicht der Raumordnung ist die Fläche für die Ansiedlung der geplanten Einkaufsmärkte zu groß.

Ratsmitglied Adolf Karl Müller kritisierte das Vorhaben: „Die Ortsmitte blutet dadurch aus.“ Man hätte sich nicht vom Investor so unter Druck setzen lassen sollen. Astrid Leibach (Grüne) wiederum meinte: „Den Kern wie früher gibt es nicht mehr in der Form.“ Vielleicht ließe sich Gastronomie für das Ortszentrum finden.

Der Bebauungsplan, sowie das anschließende Umlegungsverfahren wurden dann jeweils bei einer Nein-Stimme verabschiedet.

Auch in der zweiten Fragerunde kam das Thema Ortskern und Hauptstraße wieder zur Sprache. Besonders eine Studie der Technischen Universität Braunschweig, die im Jahr 2014 stattfand, erregte das Interesse der Bürger. Damals wurde untersucht, wie der Ortskern belebt werden kann. Sicherlich könne man Ansätze von dort noch einmal zurate ziehen, um den Ortskern mit Leben zu befüllen, hofften die Bromer Bürger. VON MAX A. MORRISON

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