Kreativ, selbstbewusst, nachhaltig

Ganzheitliches Basteln beim Osterferienprogramm in Brome

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Stolz präsentieren die zwölf Kinder im Osterferienprogramm der Samtgemeinde Brome ihre selbstgebastelte Osterdeko. Auch Künstlerin Gudrun Gerlach (r.) ist zufrieden.

Brome – Wildes Gekreische und fröhliches Gelächter. Schon von draußen weiß man: Die Kinder im Osterferienprogramm der Samtgemeinde haben mit Künstlerin Gudrun Gerlach viel Spaß.

„Ich mache das schon viele Jahre“, erklärt Gerlach, die mittlerweile den dritten Basteltag beinahe hinter sich hat und daher schon ein wenig heiser ist.

Zwölf Kinder muss sie unter Kontrolle bekommen. Noch mehr wollten sich anmelden, aber die Plätze waren begrenzt. „Wir wollen das eventuell nächstes Jahr größer machen“, sagt Saskia Krull von der Jugendarbeit der Samtgemeinde. Die anwesenden Kinder haben jedenfalls Spaß. „Ich habe drei Augen“, ruft etwa der kleine Aiden und funkelt einen auch aus einem Wackelauge freudig an.

Sonst geht es geordneter zu. Unter dem Titel „Bromer Allerlei neu recycelt“ hält Gerlach ein buntes Tagesprogramm bereit. „Jeden Morgen stellen wir uns in einer Begrüßungsrunde vor“, sagt sie. Da man sich schnell kennt, werde auch mal die Schuhgröße verraten. Es folgen Bewegungsspiele und dann wird gebastelt. Am Mittwoch waren es Blumentöpfe. Wichtig sei, dass man den Kindern Nachhaltigkeit beibringt. „Wir wollen möglichst wenig Abfall.“ Beim Origamifalten wird etwa nicht mal Klebstoff benutzt. „Die Kinder können sich kreativ austoben“, sagt Gerlach, „und erkunden, was in ihnen steckt.“ Viele Eltern seien überrascht, was die Kleinen so alles kreieren.

Nach dem Basteln gibt es Mittagessen. Die Kinder singen lautstark ein Lied – die Melodie scheint bekannt, aber der Text ist buntes Kauderwelsch. „Das haben sie sich alle zusammen selbst ausgedacht“, erklärt Krull.

Mit vollen Bäuchen ist es dann Zeit für die tägliche Geschichte, die sich Gerlach immer selbst ausdenkt. Alle Kinder nehmen auf dem Sofa Platz und Gerlach, die auch Hypnotiseurin sowie Kreativtherapeutin ist, macht eine Entspannungs- und Meditationsübung mit ihnen. Nach und nach werden alle ganz still und lauschen. Dann erzählt Gerlach kleine Fabeln und lehrreiche Geschichten. Jetzt hören die Kinder, dass sie kleine Welpen sind und einen großen Bauernhof mit allerhand unbekannten Geräuschen und Eindrücken erkunden. Wenn man unvoreingenommen in die Welt blickt, kann man viel entdecken.

Ihren schon fast holistischen Ansatz verfolgt Gerlach auch in Gruppengesprächen. Etwa sollen die Kinder sagen, was sie sich wünschen. „Manche wollen den Weltfrieden oder, dass niemand mehr hungern muss“, freut sie sich. „Diese Denkweise muss gefördert werden.“

VON DENNIS TESCH

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