Grundschulen in der Samtgemeinde Brome fehlen Helfer und Räumlichkeiten, um Landesprojekt umzusetzen

Frisches Obst und Gemüse ja – aber wie?

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Bis auf die Grundschule in Parsau, sehen die anderen Grundschulen in der Samtgemeinde Brome derzeit räumliche und personelle Probleme, das Ernährungsprojekt umzusetzen. In Brome will man über eine Teilnahme nachdenken,, wenn die Umbauarbeiten am Gebäude erledigt sind.

Brome. Gesundes Essen wird immer wichtiger. Viele Menschen sind sich aber nicht bewusst darüber, dass Gesundheit in großem Maße eine Frage der richtigen Ernährung ist.

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann eine Menge unnötiger Krankheiten mit schwerwiegenden Folgeerscheinungen verhindern.

Daher ist es umso wichtiger, bereits die jüngsten der Gesellschaft für eine ausgewogene Ernährung zu begeistern. Das Land Niedersachsen und die Europäische Union haben für Grundschulen ein „Schulobst- und Gemüseprogramm“ ins Leben gerufen. Mit ausgewählten Lieferanten werden den Schülern an drei Tagen der Woche regionale Produkte angeboten. Acht Schulen aus dem Landkreis Gifhorn beteiligen sich im Schuljahr 2016/17 an diesem Programm. Insgesamt stellt das Land 6 Millionen Euro für dieses Projekt zur Verfügung.

Einzig aus der Samtgemeinde Brome ist keine Grundschule dabei. „Wir finden schon, dass das eine Bereicherung ist und haben das im Kollegium diskutiert. Aber wir befinden uns mitten im Umbau der Schule. Und es gibt Voraussetzungen, um an diesem Projekt teilnehmen zu können“, weiß Bromes Grundschul-Rektorin Marianne Berlinecke. Das Essen müsse in den Klassen verteilt werden und dafür bedürfe es eines Raumes zur Vorbereitung. „Bei einer Info-Veranstaltung hat eine Schule berichtet, dass so ein Vorbereitungsraum notwendig ist. Das können wir im Moment nicht leisten“, so die Rektorin, die auch kommissarisch die Grundschule in Voitze leitet. Auch dort stünden keine Räumlichkeiten zur Verfügung. Neben den Räumen bedürfe es aber auch der Mithilfe seitens des Fördervereins oder des Elternrates. Wenn die Schulsanierung abgeschlossen ist, wolle man noch einmal über das Projekt nachdenken. Bis dahin berate man sich mit dem Essens-Lieferanten für die Ganztagsschule in Brome oder lade alle halbe Jahre die „Zahnfee“ ein, die an die Schüler eine Liste mit gesundem Essen verteilt.

Den nächsten Anmeldetermin im Frühjahr hat sich Christine Vette, Rektorin der Grundschule Parsau und kommissarische Leiterin in Ehra-Lessien, bereits notiert. „Ernährung ist bei uns ein großes Thema. Wir haben sogar einen Schulgarten, der von einer Klasse betreut wird“, erläutert Vette. Auch mit den Landfrauen hege man großen Kontakt.

Sowohl an Räumlichkeiten als auch an Helfern fehlt es der Grundschule in Rühen. „Das ist ein gutes Programm, aber es muss umsetzbar sein. Bei uns sind die Verteilungsmöglichkeiten einfach eingeschränkt“, beklagt Berndt Bernats, kommissarischer Schulleiter. Es sei schwierig, Eltern zu aktivieren, bereits früh morgens um 7.30 Uhr in die Schule zu kommen – und das an drei Tagen. Ähnlich sehe es mit dem Förderverein aus. Bernts weiß: „Die Mitglieder engagieren sich sehr. Das hat sich bei der Einschulung gezeigt. Aber die Eltern für regelmäßige Sachen zu begeistern wird einfach schwer.“

Von Carola Hussak

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