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Nächstes Ziel für neunjährigen Friedrich Wendt aus Ehra: Mathematik-Abitur

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Von: Hilke Bentes

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Friedrich Wendt (l.) aus Ehra ist ein Mathe-Genie.
Friedrich Wendt (l.) liebt es zusammen mit seinem Bruder Richard eine Partie Schach zu spielen. Noch mehr kann sich der Neunjährige aus Ehra allerdings für die Mathematik begeistern. © Hilke Bentes

Ehra – Ferien in Nordrhein-Westfalen bedeuten für den neunjährigen Friedrich Wendt aus Ehra genügend Zeit, um sich zu Hause mit seiner Familie bei einer Partie Schach zu duellieren oder die Zeit auf dem großen Hof zu verbringen. Aber lange hält die lernfreie Zeit bei Friedrich nicht an, immer wieder widmet er sich der Mathematik. Für die meisten Kinder ist das in den Ferien ungewöhnlich – wenn es sich dabei auch noch um Aufgaben auf Leistungskursniveau einer elften gymnasialen Oberstufenklasse handelt, dann wird schnell klar: Bei Friedrich handelt es sich um ein Mathe-Genie.

Ein IQ von geschätzt 180, dazu eine unglaubliche Auffassungsgabe: Bereits 2021 besuchte das IK Friedrich, der von vielen Experten als Mathe-Genie bezeichnet wird. Mit acht Jahren war er der jüngste Gymnasiast Deutschlands. Seine Fähigkeiten gelten als herausragend und außergewöhnlich. Die Kreiskonstante Pi auf hunderte Kommastellen berechnen? Das ist für den Neunjährigen schon lange ein „Running Gag“ geworden. Anstrengen? Überlegen? Diesen Zustand scheint der Junge aus Ehra, der zusammen mit seinen Eltern und dem siebenjährigen Bruder Richard viele Jahre in den USA gelebt hat, nicht zu kennen. Bereits als kleiner Junge fielen seine außergewöhnlichen Begabungen auf. Und auch heute meistert der Junge die schwierigsten Aufgaben spielerisch.

„Schulfrage war entscheidend“

Seit vergangenem Sommer besucht er das Internat auf Schloss Buldern bei Münster. Nun, ein Schuljahr später, scheint es die richtige Entscheidung gewesen zu sein, wie seine Eltern Wilfried und Sylvia gegenüber dem IK berichten. „Die Schulfrage war für uns als Familie eine entscheidende: Wie wird Friedrich mit den älteren Schülern zurechtkommen?“ Friedrich geht derzeit in die sechste Klasse. In einigen Fächern wie Mathematik (für das er die elfte Klasse besucht), Latein oder Chemie wird er entsprechend seines Talents noch intensiver gefördert.

„Seine Mitschüler bezeichnen ihn oft als kleinen Bruder“, berichtet Mutter Sylvia. Sie zeigt sich froh, dass ihr Sohn in dem Internat so gut zurechtkommt. Insgesamt seien alle Zweifel, die Eltern bei solch großen Entscheidungen begleiten, komplett verflogen. Am Ende sei es natürlich auch ein Stück Glückssache gewesen, dass die Schule ein Volltreffer geworden ist. „Wir sehen, wie glücklich Friedrich dort ist.“

In Mathematik will der Junge 2023 oder 2024 sein Abitur bestreiten. „Wir lassen da jeglichen Druck draußen“, so sein Vater Wilfried. Beim IK-Besuch stellt er sein Talent zweifelsfrei noch einmal unter Beweis. Komplizierte Ableitungen löst der Junge scheinbar mühelos. Von der Schulleitung und dem Lehrpersonal zeigen sich Wendts begeistert. „Das passt einfach.“ Längst sind auch andere Medien auf den Jungen aufmerksam geworden. Das ZDF-Fernsehen hat eine Reportage gestartet, die Friedrichs Entwicklung über die kommenden Jahre begleiten soll.

Wie wird diese aussehen? Was passiert nach der Schule? Sind diese Entscheidungen bei Kindern in Friedrichs Alter noch in weiter Ferne, so denkt man in Ehra schon intensiv darüber nach. Friedrich sieht sich selbst als Wissenschaftler, will nach seinem Abitur Mathematik an der Universität in Münster studieren. Um auch dort immer mehr zu lernen, und mithilfe von Professoren seine Fähigkeiten noch weiter zu stärken. „Deshalb macht ja auch Latein so viel Spaß“, erklärt der Neunjährige lachend. Das sei nun mal die Sprache der Wissenschaft.

Pendeln in die Heimat

Die Wochenenden verbringt die Familie weiter in Ehra. Etwas umständlich, so das Fazit der Familie, aber der Spagat zwischen Heimat und Schule sei wichtig. Friedrich besucht gerne den Wolfsburger Schachklub, während sein jüngerer Bruder, der mit sieben Jahren die dritte Klasse in der Nähe von Friedrichs Internat besucht, sich gerne den technischen Fertigkeiten widmet. Aber die Jungs verbringen auch gerne Zeit an der frischen Luft. „Fast alles normal“, sagt Vater Wilfried lachend.

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