IQ von 180

Friedrich Wendt (8) aus Ehra ist Deutschlands jüngster Gymnasiast

Friedrich Wendt ist mit acht Jahren ein Mathe-Ass
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Friedrich Wendt aus Ehra ist ein ganz und gar außergewöhnlicher Junge.
  • Hilke Bentes
    VonHilke Bentes
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Ehra – Etwas, was es bei Friedrich Wendt aus Ehra nicht gibt, ist wohl langes Überlegen. Antworten auf Fragen finden – und besonders mathematische Aufgaben lösen – gehört zu seinen Hobbys. Der Achtjährige mit dem breiten Grinsen im Gesicht ist nicht einfach nur sehr klug: Mit einem IQ von über 180 ist der Junge aus Ehra hochbegabt – wenn diese Bezeichnung es überhaupt trifft – und hat bereits mit sieben Jahren eine Gymnasialempfehlung ausgesprochen bekommen. Als jüngster Gymnasiast Deutschlands besucht Friedrich ab August die 10. Klasse des Mathematik-Leistungskurses. Immer mehr lernen, immer mehr wissen: Für Friedrich scheint es keine Grenzen zu geben.

Die Sommertage nutzt Friedrich zusammen mit seinem Bruder Richard (6) voll aus. Wenn er nicht gerade in einem Online-Seminar der Liberty-University sitzt und über fortschrittliche Mathematik spricht, genießt er den Sommer im Garten der Familie. Erst seit einem halben Jahr sind die Wendts aus den USA in die Heimat zurückgekehrt. Mehrere Jahre haben sie im Roanoke, Virginia, gelebt. „Friedrich ist unser Erstgeborener, die ersten Jahre haben wir uns noch nicht so viele Gedanken gemacht“, erklärt Vater Wilfried Wendt lachend auf die Frage, ab wann Friedrichs außergewöhnlichen Fähigkeiten aufgefallen sind. „Uns fehlten ein wenig die Vergleiche.“ Etwa, wie außergewöhnlich es ist, dass ein Junge mit anderthalb Jahren schon lesen und schreiben kann. Oder, dass ein Dreijähriger bereits die analoge Uhr liest und versteht. Mehr durch einen Zufall wurde Friedrich dann 2016 in einer Vorschule in der USA getestet. Fazit: Friedrich bewegte sich mit dreieinhalb Jahren auf dem sprachlichen und mathematischen Niveau eines Drittklässlers. Mit vier Jahren wurde Friedrich also in die 2. Klasse eingeschult – in Mathe übersprang er gar vier Klassen.

Der Achtjährige lacht gerne, spielt Basketball und „läuft schneller als Papa“. Friedrich, diesen Eindruck bestätigen seine Eltern Wilfried und Sylvia, ist vom Verhalten ein völlig normales Kind. Aber seine Augen leuchten dann so richtig auf, wenn er zeigen kann, was er alles weiß. Und Friedrich weiß als Achtjähriger unglaubliche Dinge. Er kann die Kreiskonstante Pi mit verbundenen Augen auf unzählige Kommastellen hinaus aufschreiben, alle Nationalhymnen der Welt nach nur wenigen Klängen richtig bestimmen, die einzelnen Länder aufgrund ihrer Umrisse erkennen und er besitzt eine extrem hohe Auffassungsgabe. Nur in einem von 15 Millionen Menschen gibt es ähnlichen Voraussetzungen. Und er will immer weiter lernen, immer neue Dinge verstehen. Von seinen Eltern gebe es dabei aber keinen Druck.

Nach der Rückkehr nach Ehra wird es für Friedrich ab Mitte August in Münster auf speziell für ihn ausgesuchten Gymnasium weitergehen. Auch der Rest der Wendts verbringt dann die Wochen in Münster, an den Wochenenden wollen sie in Ehra leben. Auch der sechsjährige Richard – übrigens mit einem IQ von über 150 ebenfalls extrem intelligent – wird dort die zweite Klasse besuchen. Es ist ein Spagat, dem sich die Familie Wendt stellt. Vielleicht auch stellen muss: Im Gifhorner oder Wolfsburger Raum gibt es für Friedrichs Begabung keine geeignete Schulform – in Münster kann ein für ihn passender Stundenplan erarbeitet werden. Der Achtjährige soll die Chance auf eine passende Förderung erhalten. In Schulen mit Gleichaltrigen wäre er unterfordert, es würde ihn nicht glücklich machen, so Mutter Sylvia Wendt. „Seine Interessen sind so breit gefächert, er soll auch die Möglichkeiten bekommen, sich frei zu entwickeln“, sagt dazu Wilfried Wendt.

Wie es für Friedrich in der Zukunft weiter geht, will die Familie locker auf sich zukommen lassen. Dank eines Youtube-Videos ist er schon jetzt aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten berühmt – Rundfunk und Fernsehen haben ihn auch bereits besucht.

Auf die Frage, was er später beruflich machen will, hat Friedrich auch schon eine Antwort: Menschenleben retten – vielleicht Krebs erforschen und heilen. Auf jeden Fall möchte Friedrich etwas tun, was anderen Menschen hilft.

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