Landkreis Gifhorn saniert Pastor-Bammel-Haus für rund 200.000 Euro

75 Flüchtlinge für Brome

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Im Mai sollen die 200 000 Euro umfassenden Sanierungsarbeiten am Pastor-Bammel-Haus in Brome abgeschlossen sein. Dann könnten dort etwa 75 Flüchtlinge eine Unterkunft finden.

Brome. Ab Mai sollen rund 75 Flüchtlinge im Pastor-Bammel-Haus in Brome eine Unterkunft finden. Dies teilte Fleckenbürgermeister Gerhard Borchert Mittwochabend in der Sitzung des Gemeinderates mit.

Bereits im November hatte der Bürgermeister auf die Nutzung des seit zehn Jahren leerstehenden Gebäudes als ideale Unterkunft für Flüchtlinge hingewiesen (das IK berichtete).

„Die Diskussion kam auf, als in Erwägung gezogen wurde, Flüchtlinge in Turnhallen unterzubringen. Schon damals hatte ich meine Bedenken, öffentliche Einrichtungen zu nutzen“, erläuterte Borchert. Bereits Anfang 2015 wurde das Pastor-Bammel-Haus schon einmal in Betracht gezogen. Aber da hieß es seitens des Landkreises Gifhorn, dass zuviel Geld investiert werden müsste, um das Haus herzurichten.

Noch im November sagte die Erste Kreisrätin Evelin Wißmann im Gespräch mit dem IK, dass die Aussichten für eine Nutzung des Pastor-Bammel-Hauses eher schlecht stünden, da die gesamten Umbauarbeiten „wahnsinnig teuer“ würde. Das Gebäude sei dem Kreis für 200.000 Euro zum Kauf angeboten worden. Wißmann erklärte im November, dass man dann noch einmal knapp 600.000 Euro in die Renovierung hätte investiert werden müssen. „Nun hat die Kreisverwaltung mitgeteilt, dass nach einer Sanierung des Objektes, die etwa 200.000 Euro kosten wird, dort Flüchtlinge untergebracht werden“, teilte Borchert mit.

Der Bürgermeister kann durchaus nachvollziehen, dass „der Druck von oben“ groß ist und alle aufgefordert sind, mitzuhelfen, dass Flüchtlinge auch menschenwürdig untergebracht werden. Allerding beklagt Borchert, dass es weder vom Kreis noch von der Samtgemeinde umfangreiche Informationen gibt – und wenn, nur sehr schleppend. Derzeit sei weder bekannt, ob es sich um Familien mit Kindern oder ausschließlich um junge Männer handele, die dort untergebracht werden, noch inwieweit Kitas und Schulen betroffen seien. „Bis es eine Regelung gibt, wird noch Zeit vergehen“, bedauert Borchert. Was feststeht: Es wird eine hauptamtliche Betreuung geben, die allerdings ihren Sitz in Wittingen hat – was Brome nicht wirklich hilft. Nach einem Treffen mit Vertretern der Vereine ist der Bürgermeister froh, dass sie Unterstützung signalisiert hätten, der hauptamtlichen Kraft zur Seite zu stehen. Viele hätten bereits Erfahrungen gesammelt.

Von Carola Hussak

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