Umweltschutz und Ästhetik verhindern neue Anlagen westlich von Zicherie / Repowering möglich

Flächen für Windpark ungeeignet

Auf der 298 Hektar großen Fläche westlich von Zicherie kann kein Windpark entstehen. Ein Seealderpaar brütet dort, zudem würde das Landschaftsbild gestört.

Zicherie. Es steht fest: In Zicherie wird kein weiterer Windpark gebaut. Mit der jüngsten Änderung des Raumordnungsprogramms bezüglich der Windenergienutzung hat der Regionalverband Großraum Braunschweig die entsprechenden Flächen abgelehnt.

Ursprünglich war eine Erweiterung der bestehenden Windenergieanlagen westlich von Zicherie geplant.

Die dafür in Frage kommenden Flächen, insgesamt 298 Hektar, wurden eingehend geprüft. Nach einer Beurteilung der voraussichtlichen Auswirkungen auf Menschen, Pflanzen und Tiere sowie der Landschaft wurde die Fläche als ungeeignet bewertet.

Demnach halte schon die bestehende Anlage den vorgeschriebenen 1000-Meter-Abstand zur Ortschaft nicht ein. Die zu untersuchende Fläche hatte eine länglich Ausdehnung. Würde sie bebaut werden, käme Tülau in eine optische Bedrängung. Vom östlichen Ortsrand aus gesehen wäre nahezu die Hälfte des sichtbaren Horizonts verdeckt, heißt es in dem Gutachten.

Wie die Bürgerinitiative GegenWind-Park Zicherie/Tülau mehrfach zu bedenken gab, stellt auch das Gutachten fest, dass mehrere windkraftempfindliche Vogelarten auf den Flächen leben. So gebe es diverse Brutreviere des Rotmilans. Hinzu kommt die Neuansiedlung eines Brutpaares des Seeadlers. Der Horststandort wurde auch von der Unteren Naturschutzbehörde Gifhorn bestätigt. Da sich auch der Rest der Fläche gut für die Seeadler eignet, sei mit einem signifikant erhöhtem Tötungsrisiko für die Tiere zu rechnen.

Aufgrund der großen Maximalhöhen müsse laut Gutachten auch bedacht werden, dass moderne Anlagen weithin sichtbar seien. Insbesondere von der Ohre-Aue und dem „Grünen Band“ könne man die Windkraftanlagen sehen. Die Qualität dieser Bereiche gebe zu bedenken, dass das Landschaftsbild durch weitere Anlagen deutlich negativ beeinträchtigt werden würde.

Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Flächen westlich von Zicherie daher nicht für weitere Windkraftanlagen geeignet sind. Die Nähe zur Ortschaft, die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und allen voran die Ansiedlung des Seeadlerpaare machten ein Bauvorhaben unmöglich. Zudem sei die Netzaufnahmekapazität derzeit noch eingeschränkt.

Dennoch ist das Thema noch nicht ganz vom Tisch. Für die schon bestehenden Anlagen käme unter Umständen ein sogenanntes Repowering in Frage. Dabei würden die jetzigen Anlagen durch neue, höhere Windräder, die mehr Leistung erbringen, ersetzt. Ob und wann ein Repowering stattfindet, ist allerdings noch unklar.

Von Dennis Tesch

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