Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen sucht dringend Gastfamilien / Bewerbungen sind bis Ende Januar möglich

Ferien für Kinder aus Tschernobyl

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Im vergangenen Jahr waren 18 Kinder und Mütter zu Gast im Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen, davon vier in der Samtgemeinde Brome.

ola Brome. Der Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen wird im Juli wieder eine vierwöchige Ferienmaßnahme für weißrussische Schulkinder und Mütter mit Kleinkindern anbieten. Die Jungen und Mädchen kommen aus der Kleinstadt Narowlja, unweit der Grenze zur Ukraine.

Sie werden von einer Lehrerin begleitet und sollen im Kirchenkreis eine erholsame Zeit in gesunder Luft mit unverstrahlter Nahrung verbringen und so ihre Abwehrkräfte stärken.

Im vergangenen Jahr waren in der Samtgemeinde Brome – genauer gesagt in Ehra – vier Besucher untergebracht. Im gesamten Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen waren es 18 Gäste aus der weißrussischen Region um Narowlja. Als der Kirchenkreis 1991 mit dieser Aktion begann, kamen 64 Kinder mit fünf Betreuern in die hiesige Region. Mittlerweile mangelt es allerdings an Gasteltern.

Zur Erinnerung: Der Reaktorunfall vom April 1986 in Tschernobyl brachte nicht nur wirtschaftlich schwere Auswirkungen für die Bevölkerung. Obwohl sich das Atomkraftwerk auf dem Territorium der Ukraine befindet, hatte Weißrussland die größten Schäden zu beklagen: 70 Prozent der radioaktiven Stoffe gingen auf dem Gebiet von Weißrussland nieder; 22 Prozent der weißrussischen Fläche, auf der etwa 2,1 Millionen Menschen – davon 700 000 Kinder – leben, wurden langfristig radioaktiv verseucht. Manche Radionuklide werden erst nach langen Halbwertzeiten zerfallen, was bedeutet, dass auch in 300 Jahren noch Menschen in radioaktiv verseuchten Zonen werden leben müssen. Die gesundheitlichen Folgen sind gravierend: Viele Menschen sind an Leukämie, Schilddrüsenkrebs und Immunschwächen erkrankt. In den vergangenen Jahren kamen in dieser Region nur etwa 20 Prozent aller Kinder gesund zur Welt.

Wer zwei Schulkinder oder eine Mutter mit Kleinkind in der Zeit vom 2. bis 30. Juli bei sich aufnehmen möchte, sollte sich bis Ende Januar im Diakonischen Werk in Wittingen unter (0 58 31) 84 53 melden. Dort gibt es weitere Infos zur Hilfsaktion des Kirchenkreises.

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