„Zeitsprung – Brome anno 1626“: Aktionswochenende lädt zum Entdecken ein

Feldlager bei Burg Brome

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Präsentieren Programm und Plakat für den „Zeitsprung“ in Brome: Gunhild Posselt und Dr. Ulrike Wendt-Sellin.

Brome – Auf deutschem Boden tobt 1626 ein verheerender Konflikt: Der Dreißigjährige Krieg zwischen Protestanten und Katholiken brach vor acht Jahren aus. Das Bromer Umland ist bisher verschont geblieben, doch im Sommer ziehen zehntausende Soldaten umher.

Auch bei Burg Brome könnten sie ihr Lager aufgeschlagen haben.

Am 17. und 18. August soll diese Möglichkeit lebendig werden. Unter dem Titel „Zeitsprung: Brome anno 1626“ veranstaltet das Museum Burg Brome zusammen mit dem Museums- und Heimatverein Brome ein Aktionswochenende. „50 bis 60 Darsteller aus fünf europäischen Ländern werden ein Feldlager aufbauen und beleben“, erklärt die Burgherrin Ulrike Wendt-Sellin. Getreu dem Konzept des Burgmuseums gebe es Geschichte zum Erleben und Anfassen.

Die Burg Brome stand 1626 bis auf wenige Details so da, wie sie auch heute steht. Allerdings brach in diesem Jahr ein Feuer aus. Die Ursache ist unklar, es könnten aber durchaus marodierende Söldnertrupps verantwortlich gewesen sein. „Um die Zeit kam der Krieg auch hier in den Norden“, berichtet Arne Homann, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Museen des Landkreises Gifhorn. Während des Zeitsprungs sollen die Besucher im Feldlager möglichst viel über diese Zeit der Not erfahren.

Dabei werde sehr authentisch gearbeitet. „Das wird kein Mittelaltermarkt“, betont Homann. Die Profi-Darsteller zeigten nur Handwerk, Kleidung, Musik, Spiele und mehr, die anno 1626 aktuell waren. „Das ist eher experimentelle Archäologie“, sagt Wendt-Sellin. „Dazu gibt es allerhand Erklärungen.“ Man habe schließlich einen Bildungsauftrag. So werde es zwar Spaß, aber kein „Mittelalter-Spektakel mit Methörnern“ oder Ähnlichem geben.

Aber für das leibliche Wohl werde im Burghof gesorgt. Auch genügend Parkplätze werden im Umland der Burg verfügbar sein. Die Größe des Aktionswochenendes macht es dabei auch einmalig. „Wir haben viel Energie hineingesteckt“, sagt Homann. „Das ist nicht jedes Jahr darstellbar.“ Dabei erhielt das Museums-Team tatkräftige und auch finanziell nicht unerhebliche Unterstützung vom Heimatverein. „Der leistet einen maßgeblichen Beitrag“, betont auch die Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Bildungs- und Kultur GmbH, Gunhild Posselt.

Den wortwörtlichen Startschuss zum Zeitsprung bildet am Freitag, 16. August, um 19 Uhr ein kostenfreier Vortrag mit Waffenvorführung im Burghof. An den Aktionstagen – 17. August, 10 bis 18 Uhr, und 18. August, 10 bis 16 Uhr – wird der normale Museumseintritt genommen (5 Euro Erwachsene, 2,50 Euro ermäßigt).

Aber Besucher sollten vorsichtig sein: Werbekommandos könnten versuchen, sie mit der Pike in ihr Heer zu lotsen ...

VON DENNIS TESCH

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