Berufsorientierung, Internetgefahr, Mobbing: Jenny Wendt berät Jugendliche und Eltern in Brome und Rühen

Familien wieder in die Spur bringen

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Vor knapp einem Jahr hat Jenny Wendt in Brome und Rühen die Erziehungsberatung der Einrichtung Life Concepts übernommen. Auf rund 35 Beratungen kann die Sozialpädagogin zurückblicken. Foto: Hussak

Brome/Rühen. Etwa 35 Beratungstermine hatte Jenny Wendt in diesem Jahr. Vor etwa einem Jahr hat sie von Life Concepts die Erziehungsberatung in Brome und in Rühen von ihrem Vorgänger übernommen.

Gut genutzt werden beide Angebote, jedoch ist der Zulauf der Klientel unterschiedlich – allein vom Alter her.

„In Rühen bieten wir die Beratung in der Kindertagsstätte an. Die Kooperation mit den Erzieherinnen ist super. Sie verweisen die Eltern an mich. Dabei handelt es sich eher um jüngere Eltern“, erläutert Wendt im Gespräch mit dem IK. In Brome hat die Sozialpädagogin keine Mittelsperson. Die Beratung, meist telefonisch vereinbart, findet im Jugendtreff statt. Die Zusammenarbeit mit Jugendamt des Landkreises Gifhorn funktioniere auch sehr gut. „Von dort habe ich einen guten Zulauf. Teilweise haben Eltern ganz simple Fragen, die dann besser bei uns aufgehoben sind“, weiß Wendt.

Beratung mit Migrationshintergrund nimmt zu

Von den 35 Beratungen haben rund ein Viertel der Hilfesuchenden einen Migrationshintergrund, was der Zunahme des Flüchtlingsaufkommens geschuldet ist. „Und die Zahl dieser Beratungen nimmt stetig zu“, so die Expertin, die auch auf einen Dolmetscher zurückgreifen kann. „Voraussetzung ist, dass die Menschen wissen, dass es mich gibt. Natürlich ist es da hilfreich, wenn das Pastor-Bammel-Haus in Brome Flyer verteilt“, freut sich Wendt. Durch die verschiedenen Multiplikatoren ist das Angebot der Erziehungsberatung noch niederschwelliger. Von daher sei auch eine private Atmosphäre, in der die Beratung angeboten wird, sehr wichtig. Wendts Vorgänger hatte seine Beratung in einer Rühener Schule angeboten – in der Bibliothek, die komplett verglast war. Das mache laut Wendt wenig Sinn. „In Brome ist man zwar unter sich, aber auch ziemlich weit ab vom Schuss.“

Die Beweggründe, warum Eltern die Beratungsstellen aufsuchen, sind unterschiedlich. „Es gibt Eltern, die wollen einfach nur eine Bestätigung ihrer eigenen Vorstellung und ihres Handelns. Mit Blick auf Flüchtlingsfamilien, die beispielsweise aus Syrien oder Afghanistan kommen, gibt es Hinweise aus Schulen oder Kitas“, berichtet Wendt. In diesen Ländern sehe der Erziehungsauftrag ganz anders aus. Dort liege dieser bei der Schule. Daher sei die Erwartungshaltung hier in Deutschland auch eine ganz andere. Die Kinder würden bereits in den Kitas durch ihr Verhalten auffallen. „Sie haben sprachliche Schwierigkeiten und lösen Konflikte durch körperliches Verhalten“, weiß Wendt. Pädagogen könnten das vor Ort nicht alleine klären. Da kommt dann die Sozialpädagogin ins Spiel, die aufklärt, welche Funktion Kita und Schule haben. Hilfreich sei auch, dass die Pädagogen Neubürger einladen und auch die Erziehungsberater dabei sind.

In den deutschen Familien gibt es Konflikte, wenn die Kinder zwischen 10 und 17 Jahre alt sind. Meistens, so Wendt, gehe es um Berufsorientierung, Medienkonsum, Internet-Gefahr und Mobbing. „Ganz wichtig ist, dass die Eltern sich mit Instagram oder Snapchat auseinandersetzen, Interesse zeigen, anstatt ihren Kindern mit erhobenem Zeigefinger gegenüber treten“, rät Wendt. Das Thema Ausbildung könne Familien ganz schön durcheinander wirbeln – dann müsse man alle wieder in die Spur bringen. Durchschnittlich sei es mit einer Beratung getan, aber es gebe auch Familien, die von der Erziehungsberaterin immer mal wieder über einen längeren Zeitraum begleitet werden. Die Beratung ist kostenlos ist und auch anonym möglich.

Erreichbar ist Wendt unter (05371) 816230 sowie im Jugendtreff Brome, Mühlenstraße 12, jeden zweiten Donnerstag von 14 bis 16 Uhr und in der Kita „Zum Regenbogen“ in Rühen, Am Schützenplatz 1a, jeden vierten Donnerstag von 14 bis 16 Uhr.

Von Carola Hussak

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